WIESBADEN (dpa-AFX) - Die Lage bei den produzierenden Unternehmen in Deutschland hat sich im August besser als erwartet entwickelt. Die Gesamtproduktion zog im August im Vergleich zum Juli vor allem wegen einer guten Entwicklung im Baugewerbe saison- und kalenderbereinigt um 2,0 Prozent an, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Mittwoch in Wiesbaden auf Basis vorläufiger Daten mitteilte. Von Bloomberg befragte Volkswirte hatten im Schnitt lediglich mit einem Anstieg um 0,5 Prozent gerechnet. Im Juli war die Produktion noch um 1,2 Prozent gefallen. Am Dienstag noch hatten Zahlen zu den Auftragseingängen enttäuscht.
Für dich zusammengefasst:
Die Gesamtproduktion in Deutschland stieg im August um 2,0 %.
Im Baugewerbe verbesserte sich die Produktion um über 9 %.
Die Industrieproduktion ohne Energiesektor stieg um 0,6 %.
Im Baugewerbe zog die Produktion im August um etwas mehr als neun Prozent an; auch der Maschinenbau trug positiv zur Entwicklung bei. In der Automobilindustrie war die Produktion dagegen erneut rückläufig. "Nach Angaben des Verbands der Automobilindustrie (VDA) ist dieser Rückgang teilweise auf die branchenüblichen Werksferien zurückzuführen, die 2026 stärker als im Vorjahr in den August fielen", teilte das Statistikamt mit.
Die Industrieproduktion, also das produzierende Gewerbe ohne den Energiesektor und das Baugewerbe, stieg um 0,6 Prozent. Außerhalb der Industrie sank die Energieerzeugung um 0,4 Prozent.
"In den kommenden Monaten könnte sich die Industrieproduktion dank gut gefüllter Auftragsbücher weiter stabilisieren - insbesondere dann, wenn die jüngsten Sonderbelastungen nachlassen", kommentierte Volkswirt Marc Schattenberg von der Deutschen Bank. "Die Bauaktivität dürfte zudem von den staatlichen Infrastrukturinvestitionen profitieren."
Verhalten optimistisch zeigt sich auch VP-Bank-Chefvolkswirt Thomas Gitzel: "Im September dürfte es zu Nachholeffekten in der Automobilindustrie kommen." Die Produktion und so auch die deutsche Wirtschaft könnte also erneut zulegen. "Die Chancen sind günstig, dass das deutsche Bruttoinlandsprodukt um mehr als ein Prozent im Jahr 2026 zulegen wird", sagte Gitzel.
Commerzbank-Ökonom Ralph Solveen verweist auf die zuletzt guten Stimmungsindikatoren. "Allerdings dürfte diese Aufwärtsbewegung wegen der zahlreichen strukturellen Probleme der deutschen Wirtschaft, den US-Zöllen und der starken Konkurrenz aus China verhalten ausfallen."/jsl/mis
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