- Die Berliner CDU-Fraktion unterstützt Kai Wegner.
- 100.000 Menschen waren vom Stromausfall betroffen.
- Der Ausfall wurde durch einen Brandanschlag verursacht.
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"Er hat die Krise gut gemanagt, hat sich gekümmert, er war vor Ort", sagte ein Fraktionsmitglied. Mehrere Abgeordnete betonten, dass die Stromkrise nun aufgearbeitet und daraus die notwendigen Lehren gezogen werden müssten. "Das ist unser Fokus und nicht ein Tennisspiel." Wegner räumte demnach gegenüber der Fraktion ein, dass er rückblickend die Öffentlichkeit besser bereits am Wochenende über seine sportliche Pause informiert hätte.
Sport-Pause mit Lebensgefährtin
Wegner hatte am Mittwoch eingeräumt, dass er am vergangenen Samstag wenige Stunden nach Beginn des Blackouts Tennis spielte. Gleichzeitig machten sich 100.000 Betroffene im Berliner Südwesten ohne Strom und Heizung, Internet und Handy-Empfang mitten im Winter große Sorgen. Vor Ort wurden eilig Notunterkünfte aufgebaut und andere Hilfe organisiert.
Wegner spielte zusammen mit seiner Lebensgefährtin, Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU), um - wie er es formulierte - den Kopf freizubekommen. Zuvor hatten der "Tagesspiegel" und der "Focus" darüber berichtet. Politiker anderer Parteien übten harsche Kritik an Wegner, Vertreter von AfD und FDP forderten seinen Rücktritt.
Hunderttausend ohne Strom und Heizung
Der Stromausfall war am Samstagmorgen ausgelöst worden durch einen Brandanschlag an einer Kabelbrücke im Bezirk Steglitz-Zehlendorf, zu dem sich eine linksextremistische Gruppe bekannte. In der Folge waren in mehreren Stadtteilen zunächst 45.000 Haushalte und 2.200 Unternehmen ohne Strom und infolgedessen auch ohne Heizung, Internet und Mobilfunk. Berlin rief eine sogenannte Großschadenslage aus und bat die Bundeswehr um Amtshilfe.
Vom längsten Blackout der Berliner Nachkriegsgeschichte waren rund 100.000 Menschen betroffen. In den vergangenen Tagen wurde schrittweise ein Teil der Kunden wieder angeschlossen. Am Mittwoch gelang es dem Betreiber Stromnetz Berlin nach offiziellen Angaben schließlich, alle wieder mit Strom zu versorgen.
Vorwurf der Lüge
Politiker anderer Parteien warfen Wegner im Zusammenhang mit dem rund einstündigen Tennismatch von 13.00 bis 14.00 Uhr vor, die Öffentlichkeit belogen zu haben. Denn am Sonntag, dem Tag zwei des Blackouts, hatte er auf die Frage eines Reporters erklärt, am Vortag nach Beginn des Ausnahmezustands den ganzen Tag über vom Homeoffice aus Telefonate geführt und Hilfe unter anderem vom Bund organisiert zu haben. Er habe sich zu Hause in seinem Büro eingeschlossen.
"Rückblickend hätte ich das am Sonntag sagen sollen, was ich am Samstag gemacht habe", sagte Wegner am Mittwochabend im RBB. "Aber ich sage Ihnen ganz ehrlich: Mein Fokus waren die 45. 000 Haushalte."
Wegner ist seit April 2023 Regierungschef in Berlin, seine CDU koaliert mit der SPD. Am 20. September wird in der Hauptstadt ein neues Abgeordnetenhaus gewählt./kr/DP/zb
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