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ROUNDUP 3/AfD-Debatte: Rossmann und Vorwerk verlassen Verband

BURGWEDEL/WUPPERTAL (dpa-AFX) - Nach dessen Öffnung für Gespräche mit der AfD verlassen die Drogeriemarktkette Rossmann und der Hausgerätehersteller Vorwerk den Verband der Familienunternehmer. Das teilte eine Rossmann-Sprecherin auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. "Wir unterstützen die Haltung des Verbands 'Die Familienunternehmer' nicht und haben die Mitgliedschaft gekündigt", hieß es in einer Mitteilung. Zuvor hatte die "Lebensmittelzeitung" berichtet.

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Flaggen der Alternative für Deutschland (AfD).
Quelle: - © Thomas Lohnes / Freier Fotograf / Getty Images News / Getty Images:

Auch Vorwerk kündigte an, die bereits seit längerer Zeit ruhende Mitgliedschaft im Verband nun auch formal zu kündigen. "Vorwerk distanziert sich von den Aussagen des Verbands "Die Familienunternehmer" zum Umgang mit der AfD", teilte das Unternehmen mit. "Für uns ist klar: Die AfD steht in ihrem Auftreten und Teilen ihres politischen Handelns in wesentlichen Punkten nicht im Einklang mit demokratischen Grundwerten und rechtsstaatlichen Prinzipien." Ein offener Diskurs über wirtschaftliche Rahmenbedingungen bleibe gleichwohl notwendig.

Der Verband hatte im Oktober zu einem Parlamentarischen Abend in einer Niederlassung der Deutschen Bank in Berlin erstmals auch Vertreter der AfD eingeladen. Präsidentin Marie-Christine Ostermann sagte dem "Handelsblatt", das "Kontaktverbot" zu AfD-Bundestagsabgeordneten sei aufgehoben worden.

Vorwerk kritisiert "einzelne Formulierungen"

Die Melitta-Gruppe hält sich nach eigenen Angaben offen, ihre Mitgliedschaft zu überdenken. Über die veränderte Position der Verbandsführung sei man "sehr überrascht", teilte der Kaffeeröster mit. Der Dialog mit der Politik werde zwar befürwortet, nicht jedoch mit Parteien, die auch nur in Teilen als extremistisch eingestuft würden. "Wir haben unsere Haltung dem Verband mitgeteilt", erklärte das Unternehmen.

Die Oetker Collection KG, die dem Verein ebenfalls angehört, wollte sich auf Nachfrage "zu politischen Themen nicht äußern". Zu dem kleineren Unternehmensteil der Oetker-Familie zählt unter anderem Henkell Freixenet.

Verband will "keine Regierung mit AfD-Beteiligung"

Der Verband der Familienunternehmer veröffentlichte in dieser Woche eine Stellungnahme. Die Hoffnung, man könne ein Viertel der bundesdeutschen Wähler durch moralische Ausgrenzung zur Umkehr bewegen, sei nicht aufgegangen, sagte Präsidentin Ostermann. "Jetzt hilft nur noch die Auseinandersetzung mit den Inhalten der AfD, jenseits von schlichten Kategorisierungen in gut und böse."

Mit Andersdenkenden zu diskutieren, heiße nicht, seine Positionen zu akzeptieren. Zugleich stellte Ostermann klar: "Wir Familienunternehmer wollen keine Regierung mit AfD-Beteiligung." Das Weltbild der AfD passe nicht zur freiheitlichen und marktwirtschaftlichen Grundüberzeugung des Verbands./cr/DP/stw

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