Quantencomputer vor dem Durchbruch? IBM löst das Vertrauensproblem
Nicolas Ebert
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IBM macht Quantenberechnungen erstmals besser überprüfbar und investiert Milliarden in die Technologie. Doch schwache Mainframe-Umsätze und eine gesenkte Prognose überschatten den Fortschritt.
Für dich zusammengefasst:
IBM kooperiert mit Forschungspartnern für neue Methoden.
Der Konzern plant 10 Milliarden USD in Quantenforschung zu investieren.
Die Umsatzprognose für 2026 wurde kürzlich gesenkt.
Quantencomputer sollen Probleme lösen, an denen klassische Systeme scheitern. Doch wie lässt sich prüfen, ob ihre Ergebnisse tatsächlich korrekt sind?
International Business Machines (IBM) und mehrere Forschungspartner haben dafür neue Methoden vorgestellt. Der Konzern arbeitete mit der University of Chicago, dem Forschungsinstitut Riken sowie den Softwareentwicklern Qedma, BlueQubit und Algorithmiq zusammen.
Bislang konnten Forscher besonders komplexe Quantenberechnungen nicht direkt kontrollieren. Sie mussten aus kleineren Testläufen ableiten, ob auch das Ergebnis im großen Maßstab zuverlässig war.
"Wir behaupten nicht, einen Quantenvorteil erreicht zu haben", sagte Forschungsleiter Jay Gambetta gegenüber Barron’s. Der passendere Begriff sei eine "vertrauenswürdige Berechnung".
Behauptungen über einen Quantenvorteil sind umstritten. D-Wave Quantum und Alphabet-Tochter Google hatten bereits entsprechende Erfolge gemeldet. Forscher und auch IBM stellten die Vergleichbarkeit mit klassischen Algorithmen jedoch infrage.
Mit den neuen Verfahren erreicht der Konzern einen wichtigen Meilenstein seiner Entwicklungsplanung. "Wir befinden uns in einer neuen Ära", sagte Gambetta. Sobald Quantenberechnungen verlässlich überprüft werden könnten, beginne die Suche nach wirtschaftlich nutzbaren Anwendungen.
IBM betreibt über seine Cloud bereits die weltweit größte Flotte von Quantencomputern. Die wichtigsten Kunden stammen aus Wissenschaft und Verwaltung. Ein bedeutender Umsatztreiber ist das Geschäft bislang jedoch nicht.
Der nächste große Schritt ist der fehlertolerante Quanten-Supercomputer "Starling", der 2029 auf den Markt kommen soll. Später soll mit "Blue Jay" ein noch leistungsfähigeres System folgen. In den kommenden 5 Jahren will der Konzern mehr als 10 Milliarden US-Dollar in Quantenforschung und Produktion investieren.
Unterstützung kommt von der Regierung der Vereinigten Staaten. IBM und das Handelsministerium wollen jeweils eine Milliarde US-Dollar in die geplante Quantenchipfabrik "Anderson" investieren.
Quanten-Fortschritte treffen auf schwache Geschäftszahlen
Der Konzern senkte vor kurzem seine Prognose für das Umsatzwachstum im Jahr 2026. Konzernchef Arvind Krishna erklärte, viele Kunden hätten ihre Ausgaben zuletzt auf Rechenzentren für Künstliche Intelligenz konzentriert. Dadurch seien Investitionen in Software und Großrechner verschoben worden. "Ein Großteil der Nachfrage ist nur aufgeschoben, nicht verloren", sagte Krishna.
Finanzchef James Kavanaugh sagte Reuters, die Schwäche bei Großrechnern und der zugehörigen Software habe das Wachstum um mehr als 5 Prozentpunkte belastet. Der Konzern habe lediglich mit einem Effekt von 1 bis 2 Prozentpunkten gerechnet.
Die Quantentechnologie bleibt ein wichtiges Zukunftsprojekt. Kurzfristig muss IBM jedoch das schwache Großrechnergeschäft stabilisieren und stärker vom KI-Boom profitieren.
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