"Der Medizin-Nobelpreis für die drei Grundlagenforscher Karl Deisseroth, Peter Hegemann und Georg Nagel ist ein Auftrag an die Politik. Wer heute den Wissenschaftlern gratuliert, muss morgen für verlässlich finanzierte Hochschulen und freie Forschung sorgen. Festreden schaffen keinen Fortschritt.
Am Anfang der ausgezeichneten Arbeit stand eine Frage über eine Alge. Daraus wurde ein Werkzeug, das der Hirnforschung neue Möglichkeiten eröffnet. Grundlagenforschung lässt sich nicht nach dem nächsten Geschäftsabschluss beurteilen. Wer vor jedem Experiment einen wirtschaftlichen Nutzen verlangt, gefährdet die Entdeckungen von morgen.
Gerade Deutschland muss das begreifen. Sein Wohlstand braucht Menschen, die Neues wagen. Sie brauchen Zeit, Geld, Vertrauen und Freiheit, zu scheitern.
Georg Nagels Neugier begann als Kind mit Experimentierbaukästen. Diese Lust am Entdecken müssen Schulen fördern. Wer Nobelpreisträger feiern will, muss auch Forschung finanzieren, deren Nutzen noch niemand kennt."/yyzz/DP/nas
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