BERLIN (dpa-AFX) - Beim Autofahren geht das Offenbacher Nummernschild OF mit einem besonderen Risiko einher: In der aktualisierten Kfz-Schadenbilanz der deutschen Autoversicherer liegt die hessische Stadt erneut an der Spitze. Dort sind die Schäden in der Kfz-Haftpflicht fast 40 Prozent höher als im Bundesdurchschnitt, wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Berlin mitteilte.
Für dich zusammengefasst:
Offenbach führt die Kfz-Schadenbilanz der Autoversicherer.
Die Schäden dort sind 40 Prozent höher als der Bundesdurchschnitt.
Wiesbaden belegt mit Platz fünf ebenfalls eine hohe Schadensrate.
Auf den Plätzen zwei und drei folgen Gelsenkirchen und Berlin. Bundesweit am wenigsten unfallträchtig sind Autos mit dem Kennzeichen EE: Der brandenburgische Landkreis Elbe-Elster hat in der Kfz-Haftpflicht die beste Schadenbilanz der bundesweit 413 Zulassungsbezirke.
Neue Regionalklassen - im bundesweiten Saldo leichte Besserung
Da die Unfall- und Pannenhäufigkeit sich regional stark unterscheidet, richtet sich der Preis von Kfz-Policen nicht nur nach dem Automodell, sondern auch nach dem Wohnort. Der GDV aktualisiert die Regionalklassen jedes Jahr. In der Kfz-Haftpflicht gibt es zwölf Regionalklassen - je höher, desto schlechter. Für Offenbach gilt die Regionalklasse 12. Das sind zwar nur unverbindliche Empfehlungen, doch die meisten Kfz-Versicherer orientieren sich daran.
"Für 5,2 Millionen Autofahrende aus 63 Zulassungsbezirken verbessert sich die Regionalklasse, für 4,8 Millionen aus 46 Bezirken steigt sie", sagte GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. Entscheidend für die Einstufung ist der Wohnort. Die gesetzlich vorgeschriebene Kfz-Haftpflicht kommt nur für Schäden auf, die Autofahrer an anderer Menschen Eigentum und/oder Gesundheit anrichten.
Für 32 Millionen Autofahrerinnen und Autofahrer in 304 Zulassungsbezirken ändert sich nichts, denn die dortigen Regionalklassen bleiben unverändert. Im Rhein-Main-Gebiet ist keineswegs nur Offenbach auffällig: Wiesbaden liegt in der bundesweiten Schadenbilanz auf Platz fünf und damit ebenfalls auf hervorgehobener Position. Die Gründe sind unklar, doch könnten enge Straßen und dichter Stadtverkehr eine Rolle spielen.
Autofahren in der Großstadt schadensträchtiger als auf dem Land
Großstädte schneiden nach Asmussens Worten häufig schlechter ab als ländliche Regionen. Allerdings gibt es keinen linearen Zusammenhang von Einwohnerzahl und Autoschäden: Der GDV hat Berlin zwar ebenso wie Offenbach die schlechteste Regionalklasse 12 zugewiesen. Doch Hamburg und München sind mit der Regionalklasse 10 niedriger eingestuft. Damit liegen die zweit- und drittgrößte Stadt Deutschlands hinter dem wesentlich kleineren Offenbach.
Bayern als flächenmäßig größtes Bundesland hat auch mehr Zulassungsbezirke als jedes andere Bundesland, insgesamt 97. Im Freistaat auffällig ist, dass die Autofahrer im Saldo sicherer unterwegs waren: Für 1,5 Millionen bayerische Autofahrerinnen und Autofahrer hat sich die Einstufung verbessert, verschlechtert dagegen nur für rund 350.000 Menschen./cho/DP/zb
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