KARLSRUHE/STUTTGART (dpa-AFX) - Das anhaltende Niedrigwasser auf dem Rhein schränkt die Binnenschifffahrt auch in Baden-Württemberg zunehmend ein. Der für die Rheinschifffahrt maßgebliche Pegel im rheinland-pfälzischen Kaub lag zuletzt nur noch knapp über 80 Zentimeter, teilte das Verkehrsministerium auf Anfrage mit. Solch niedrige Wasserstände führten in der Regel zu spürbaren Einschränkungen der Transportkapazitäten.
Für dich zusammengefasst:
Niedrigwasser auf dem Rhein schränkt Binnenschifffahrt ein.
Pegel in Kaub lag zuletzt bei knapp über 80 cm.
Schiffe können oft nur mit einem Drittel der Ladung fahren.
Nach Angaben der Schifffahrtsgesellschaft MSG können viele Schiffe derzeit nur noch mit rund einem Drittel ihrer üblichen Traglast fahren. Die geringeren Abladetiefen zwängen Reedereien dazu, ihre Schiffe deutlich leichter zu beladen, erklärte Vorstand Martin Staats.
Mehrkosten könnten Verbraucher treffen
Weil die Schiffe deutlich weniger Ladung transportieren können, steigen nach Angaben der Reederei die Transportkosten. Ein Teil davon werde über sogenannte Kleinwasserzuschläge ausgeglichen. Die Mehrkosten könnten am Ende auch Verbraucher treffen, wenn Unternehmen sie über höhere Preise weitergeben. Wie groß die wirtschaftlichen Folgen insgesamt sind, lasse sich derzeit nicht seriös abschätzen, sagte Staats.
Die Schifffahrt leidet seit Wochen unter den niedrigen Wasserständen auf dem Rhein. Wie viele Schiffe aktuell gar nicht oder nur eingeschränkt fahren können, könne das Ministerium allerdings nicht sagen, erklärte eine Sprecherin. Das hänge unter anderem von der Bauart der Schiffe und ihrer Ladung ab. Eine Meldepflicht gebe es nicht.
Hinweise auf Lieferengpässe oder konkrete Einschränkungen für Unternehmen liegen dem Land nach eigenen Angaben bislang ebenfalls nicht vor. Das Ministerium beobachte jedoch, ob die Einschränkungen weiter durch den Markt aufgefangen werden könnten oder sich Versorgungsengpässe abzeichneten.
Für die kommenden Tage erwarten die Behörden zunächst eine leichte Erholung der Pegelstände. Bis Ende der Woche sollen sie den Prognosen zufolge jedoch wieder sinken./bak/DP/zb
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