Nicht Nvidia, nicht China: MSCI-World-Anleger verpassen diese zwei heißen Börsenstorys
Nicolas Ebert
Nicolas Ebert
Nicolas Ebert steht für kompakte Nachrichten mit einem sicheren Gespür für relevante Marktthemen. Nach über 6 Jahren für wallstreetONLINE und ariva.de im Einsatz fühlt sich der Berliner in der Finanzwelt wie zu Hause. Seine Inhalte reichen querbeet von Value-Titeln und den Märkten in Asien über die US Big-Techs bis hin zu aktuellen Top-Performern auf dem globalen Börsenparkett. So entstehen informative News, die Anlegern echten Halt geben.
Brasilien liefert Rohstoffe, Energie und Agrar-Power. Südkorea liefert Speicherchips für den KI-Boom. Vermögensverwalter Franklin Templeton sieht zwei unterschätzte Märkte, die in vielen Standardportfolios kaum vorkommen.
Für dich zusammengefasst:
Brasil und Südkorea gelten als interessante Investmentmärkte.
Brasilien hat eine sinkende Arbeitslosenquote und steigende Löhne.
Südkorea ist stark in Speicherchips und Halbleiter investiert.
An der Börse stehen meist die großen Namen im Fokus: Vereinigte Staaten, Big Tech, Nvidia, Indien oder China. Doch Martin Bechtloff, Vice President Exchange Traded Fund Distribution Deutschland und Österreich bei Franklin Templeton, sieht derzeit auch Chancen in der zweiten Reihe. Für ihn gehören Brasilien und Südkorea zu den Märkten, die besser zur neuen Börsenlage passen könnten, als viele Anleger glauben.
Beide Länder zählen weiter zu den Schwellenländern. Ihre Rollen sind aber sehr unterschiedlich.
Brasilien war lange kein Wachstumsstar. Seit der Jahrtausendwende legte die Wirtschaft real nur um rund 60 Prozent zu. Indien kam im gleichen Zeitraum auf mehr als 300 Prozent, China sogar auf mehr als 500 Prozent.
Trotzdem wird Brasilien wieder interessanter. Die Arbeitslosigkeit liegt auf einem Mehrjahrestief. Die Löhne stehen auf Rekordniveau. Die Inflation hat nachgelassen. Dadurch konnte die Notenbank die Zinsen senken.
Finanzwerte machen knapp 30 Prozent des brasilianischen Index aus. Sinkende Zinsen können Kredite, Konsum und Investitionen stützen. Der Financial Times Stock Exchange Brazil Index legte im laufenden Jahr in Euro gerechnet bereits rund 20 Prozent zu.
Auch geopolitisch gewinnt Brasilien an Bedeutung. Im Jahr 2025 gingen fast 80 Prozent der brasilianischen Sojaexporte nach China. Umgekehrt deckt China rund 75 Prozent seines Sojabedarfs aus Brasilien.
Zudem hat Brasilien die Vereinigten Staaten bei Baumwolle überholt und ist inzwischen der größte Exporteur der Welt. Als großer Ölproduzent wird das Land außerdem zu einem wichtigeren Rohstoff- und Energiepartner.
Besonders spannend sind Seltene Erden
Brasilien besitzt rund 20 Prozent der weltweiten Reserven, produziert aber nur etwa ein Prozent des globalen Outputs. Die Chance ist groß. Die Wertschöpfung fehle jedoch noch. Denn das große Geld liege nicht nur im Abbau, sondern in Verarbeitung, Trennung und Raffination.
Südkorea spielt eine andere Rolle
Dort geht es um Speicherchips, Halbleiter und künstliche Intelligenz. Der Markt ist bereits stark gelaufen. Die südkoreanische Börse verdoppelte ihren Wert innerhalb eines Jahres. SK Hynix legte sogar etwa 500 Prozent zu. Zusammen mit Samsung macht SK Hynix rund 60 Prozent des Korea-Index aus.
Das ist ein Klumpenrisiko. Es zeigt aber auch die Stärke des Marktes. Samsung und SK Hynix gehören bei High Bandwidth Memory zu den Schlüsselunternehmen. Diese Speichertechnologie ist für Rechenzentren rund um künstliche Intelligenz entscheidend. Viele Anleger kennen Nvidia und Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC). Doch ohne Speicherchips läuft der KI-Boom nicht.
Für Anleger erfüllen beide Märkte unterschiedliche Aufgaben. Brasilien bietet Zugang zu Rohstoffen, Energie, Agrarhandel und Währungen. Südkorea bietet Zugang zur technischen Infrastruktur der künstlichen Intelligenz. Wer nur den MSCI World hält, hat beide Themen kaum im Depot.
Risiken bleiben
Brasilien hängt an Rohstoffpreisen, China und Politik. Südkorea ist stark auf wenige Technologiekonzerne konzentriert und nach der Rallye anfällig für Rücksetzer. Doch beide Märkte bieten insgesamt etwas, das vielen Standardportfolios fehlt. Für Anleger könnten beide Länder deshalb mehr sein als klassische Schwellenländer.
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Im Durchschnitt erleiden 7 von 10 Kleinanlegern Verluste beim Handel mit Turbo-Zertifikaten. Turbo-Zertifikate sind hoch risikoreiche Produkte und nicht für langfristige Anlagestrategien geeignet.
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