Flaggen vor dem EU-Parlament in Straßburg.
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dpa-AFX  | 
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Neue EU-Gentechnik-Regeln gehen in heiße Verhandlungsphase

BRÜSSEL (dpa-AFX) - Die Verhandlungen über neue EU-Gentechnikregeln gehen am Mittwochabend möglicherweise in die Schlussphase. Dann treffen sich Unterhändler der EU-Staaten und des Europaparlaments zur vielleicht letzten Runde über die neuen Regeln - es werden lange Gespräche erwartet. Zur Diskussion steht unter anderem eine Lockerung der Kennzeichnungspflicht für gentechnisch veränderte Lebensmittel im Supermarkt.

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Die EU-Kommission hatte die Lockerung im Sommer 2023 vorgeschlagen. Im Kern geht es darum, Hürden für die Erforschung und den Verkauf von genetisch veränderten Pflanzen zu senken. Ein Teil des Vorschlags sieht deshalb vor, Kennzeichnungspflichten zu lockern.

Dann müsste im Supermarkt nicht angegeben werden, wenn Pflanzen, die mit bestimmten Gentechnikverfahren verändert wurden, für oder als Lebensmittel verwendet werden. Dabei geht es um Veränderungen, die theoretisch auch durch natürliche Züchtungen hätten erzielt werden können.

Befürworter betonen Chancen - Kritiker sehen Risiken

Befürworter erhoffen sich durch die Veränderungen Obst- und Gemüsesorten, die ertragreicher, resistenter und nährstoffreicher sind. Kritiker bemängeln unter anderem, dass Verbraucher eine Wahlfreiheit gelassen werden sollte, ob sie solche Lebensmittel konsumieren möchten oder nicht.

Jan-Christoph Oetjen, FDP-Europaabgeordneter, sagt: "Eine Kennzeichnungspflicht für neue Züchtungstechniken ist in der Praxis völlig untauglich." Änderungen durch moderne Verfahren könnten auch durch klassische Züchtungen erreicht werden, "nur eben deutlich langsamer". Bei einer Kennzeichnungspflicht bis zum Ladentisch brauche es zwei komplett getrennte Produktionsstränge für ein de facto gleiches Produkt.

Sein Grünen-Amtskollege Martin Häusling sieht - neben dem Problem, dass Verbraucher künftig Gentechnik im Supermarkt nicht mehr sicher erkennen könnten - zudem ein großes Risiko für die Biolandwirtschaft. Diese müsse nach den geplanten Änderungen weiterhin ohne Gentechnik arbeiten, dies aber, so die Befürchtung des Abgeordneten, unter hohem Aufwand sicherstellen und unter Umständen aufwendig nachweisen müssen./mjm/DP/nas

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