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Mini-Atomkraftwerke? RWE-Chef Krebber ist skeptisch

ESSEN/BERLIN (dpa-AFX) - Der Chef von Deutschlands größtem Stromerzeuger RWE , Markus Krebber, hält Investitionen in kleine Atomreaktoren (SMR) derzeit für wirtschaftlich nicht vertretbar. "Wir sind ein technologieoffenes Unternehmen und beobachten alle Technologien, auch SMRs. Ob und wann diese Technologie kommerziell ausgereift sein wird, kann heute noch niemand sagen", sagte er dem Newsletter Energie & Klima des Nachrichtenportals Politico. "Stand jetzt ist eine Investition für ein privatwirtschaftliches Unternehmen in SMRs nicht darstellbar."

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Nach derzeitigem Stand gebe es keinen einzigen Zulieferer weltweit, der eine Bauzeit zusagen und zu fest vereinbarten Kosten anbieten würde, erklärte der RWE-Chef. "So ein Investitionsrisiko sind wir als privates Unternehmen nicht bereit zu übernehmen." Überzogene Hoffnungen wies Krebber zurück: "SMRs sind definitiv nicht die Lösung, die über Nacht alle Probleme löst."

SMR sind deutlich kleiner als herkömmliche Atomkraftwerke

SMR ist die Abkürzung für den englischen Begriff "small modular reactor", zu Deutsch: kleiner modularer Reaktor. Sie wird verwendet für Atomreaktoren, die eine deutlich geringere Leistung haben als herkömmliche Anlagen und deren Komponenten in einer Fabrik in Serie gefertigt werden. Die Internationale Atomenergie-Organisation IAEO bezeichnet Reaktoren mit einer Leistung von maximal 300 Megawatt als SMRs. Übliche konventionelle Kernkraftwerke haben eine Leistung von über 1000 Megawatt.

Die Europäische Kommission will noch in diesem Jahr eine EU-weite Strategie für den Einsatz von SMRs veröffentlichen. Sie soll die SMR-Entwicklung in Europa in den nächsten zehn Jahren beschleunigen. Die Reaktoren sollen beim Erreichen der Klimaneutralität helfen.

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Bundesbehörde warnt vor neuen, hochradioaktiven Abfälle

Das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (Base) sieht die Pläne kritisch. Bei SMR gebe es eine ganze Reihe an ungeklärten Sicherheitsfragen, hatte die Behörde im Dezember erklärt. "Viele SMR produzieren neuartige radioaktive Abfälle, für die es heute keine Entsorgungslösung gibt", erklärte Base-Präsident Christian Kühn seinerzeit.

Weniger zurückhaltend in Sachen SMR-Technologie als RWE ist der Energiekonzern Uniper . In Schweden ist er zusammen mit anderen Unternehmen und der technischen Universität Stockholm am Aufbau einer Einrichtung zur Erforschung der Technologie beteiligt. Sie befindet sich auf dem Gelände des Kernkraftwerks Oskarshamn, an dem Uniper die Mehrheit besitzt.

In der Politik hatte sich zuletzt die CSU-Landesgruppe im Bundestag für SMRs starkgemacht. Im Januar sprach sie sich dafür aus, Mini-Kernkraftwerke in Deutschland einzuführen - für eine "kostengünstige Energiegewinnung"./tob/DP/stw

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