Microsoft vor den Zahlen: Ein Gigawatt pro Quartal soll Azure weiter antreiben
Julian Schick
Julian Schick
Julian Schick schreibt seit 2020 über die Themen, die Anleger bewegen – mit einem besonderen Fokus auf Aktienanalysen, Dividendenstrategien und ETFs. Der ausgebildete Journalist absolvierte die Kölner Journalistenschule und sammelte Erfahrungen unter anderem beim Handelsblatt, der Financial Times Deutschland sowie Euronews und WDR5. Für Ariva bringt er fundiertes Marktwissen und einen klaren Blick für das Wesentliche mit.
Vor den Zahlen am 28. Oktober hebt die Bank of America ihre Prognosen für Microsoft an. Im Fokus stehen das rasante Azure-Wachstum, neue Copilot-Kunden und Investitionen von über 50 Milliarden Dollar im Quartal.
Für dich zusammengefasst:
Microsoft legt die Q1-Zahlen für 2027 am Mittwoch vor.
Der Konzernumsatz soll um 16,6 Prozent auf 90,6 Milliarden USD steigen.
Microsoft schaltet pro Quartal rund ein Gigawatt Rechenleistung frei.
Microsoft legt am kommenden Mittwoch die Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 vor, und die Erwartungen sind hoch. Seit der letzten Bilanz hat die Aktie rund 33 Prozent zugelegt, angetrieben von einem Azure-Plus von 43 Prozent im Vorquartal. Die Bank of America hebt nun ihre Schätzungen für die Geschäftsjahre 2027 bis 2029 an. Sie bestätigt die Kaufempfehlung und sieht das Kursziel weiter bei 600 US-Dollar.
Für das laufende Quartal rechnen die Analysten mit einem Azure-Wachstum von 44,8 Prozent auf 32,3 Milliarden US-Dollar, erstmals unter einer neuen, engeren Abgrenzung der Sparte. Der Konzernumsatz soll um 16,6 Prozent auf 90,6 Milliarden US-Dollar steigen, der Gewinn je Aktie bei 4,73 US-Dollar liegen. Beides deckt sich mit dem Marktkonsens.
Der Engpass bleibt die Rechenkapazität. Microsoft schaltet pro Quartal rund ein Gigawatt zusätzliche Rechenzentrumsleistung frei und hat die Zeit für die Inbetriebnahme von GPUs in den größten Regionen fast halbiert. So lässt sich der gewaltige Auftragsbestand von 678 Milliarden US-Dollar schneller in Umsatz verwandeln. Der Preis dafür: Die Investitionen dürften im Quartal auf 50,8 Milliarden US-Dollar klettern, im Gesamtjahr auf 220,7 Milliarden Dollar (Dollarkurs). Ab 2027 soll zudem der hauseigene Chip Maia 300 pro Megawatt 40 Prozent mehr Tokens liefern als führende GPU-Systeme.
Rückenwind kommt aus einer Umfrage unter 309 IT-Entscheidern. 76,7 Prozent nutzen Copilot bereits oder planen dies, bei Cloud-KI setzen 88,4 Prozent wahrscheinlich auf Microsoft, deutlich vor AWS mit 72,2 Prozent. Auch beim Copilot selbst zieht das Tempo an: Die Zahl der zahlenden Nutzer kletterte zuletzt von 20 auf 30 Millionen. Die neu gestaltete Oberfläche bündelt Chat, KI-Agenten und Programmierung. Anspruchsvollere Funktionen werden zusätzlich nach Verbrauch abgerechnet, was den Umsatz pro Nutzer spürbar heben könnte.
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