Fonds: Verkäufe dominieren den ruhigen Handel

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Offene Immobilienprodukte bleiben unter Druck, während Mischfonds deutlich mehr gehandelt wurden. Vor allem ein „Klassiker“ sticht dabei hervor. Bei den Aktienportfolios dominieren in der schwachen Marktphase die Verkäufe.

18. September 2026. FRANKFURT (Deutsche Börse). Die Händler an der Börse berichten mit Blick auf die vergangenen Wochen von sehr wenig Handel mit klassischen Investmentfonds. Im August wurden an der Deutschen Börse Frankfurt rund 40 Millionen Euro mit diesem Anlagevehikel umgesetzt. Im Juli waren es knapp 45, im Juni noch rund 50 Millionen Euro. Dafür sind vor allem die offenen Immobilienfonds verantwortlich, deren Umsätze sich im Vorjahresvergleich fast halbiert haben.

Immobilienfonds weiter unter Druck

Gleichzeitig hält der Verkaufsdruck in diesem Segment weiter an. Frank Wöllnitz von der ICF Bank nennt vor allem die Immobilienfonds der DWS. Der grundbesitz europa (DE0009807008), der grundbesitz global (DE0009807057) und der grundbesitz Fokus Deutschland (DE0009807081) haben seit Ende Juni massiv an Kurswert verloren. Verstärkend dürften seiner Meinung nach auch die Meldungen wirken, die in den vergangenen Tagen aus dem Haus der DWS gekommen sind. „Stichworte wie geringe Marktliquidität, Strafzahlungen und Rücknahmeabschläge sorgten eher für noch größeren Abgabedruck; insbesondere wenn man bedenkt, dass Verkäufe von Immobilienfonds über die KVGs eh schon mit den bekannten Restriktionen belastet sind“, erklärt der Händler.

Die Verbraucherplattform Finanztip hat im August erneut dazu geraten, Immobilienfonds über die Börse zu verkaufen. Im Juli war es zu Nettoabflüssen von 591 Millionen Euro gekommen. Bis Ende Juli hatten sich die Abflüsse dadurch auf 3,7 Milliarden Euro summiert, das Fondsvermögen war auf nur noch rund 105 Milliarden Euro gesunken. Morningstar weist darauf hin, dass 2026 bereits vier offene Immobilienfonds die Anteilsrücknahme ausgesetzt haben.

Mischfonds mit kräftigem Umsatzplus

Einen deutlichen Aufschwung erlebten im vergangenen Monat die Mischfonds. Hier sind die Umsätze im Vergleich zum Vorjahr um 46 Prozent auf 7,1 Millionen Euro gestiegen. Der Anteil am Gesamtumsatz erreichte mit fast 18 Prozent ein neues Jahreshoch. Wöllnitz sieht größere Umsätze vor allem in einem „Klassiker“. Für den FvS SICAV Multiple Opportunities der Fondsgesellschaft Flossbach von Storch Invest (LU0323578657) registriert er mehrere Käufe und Verkäufe. Interesse bestehe zudem am Kapital Plus (DE0008476250), einem seit mehreren Jahrzehnten bestehenden Mischfonds von Allianz Global Investors.

Bei den Aktienfonds wird der jüngste Abwärtstrend an den Börsen im Fondshandel von einem „enormen Verkaufsüberhang“ begleitet, wie Matthias Präger von der Baader Bank berichtet. Auf den Verkaufslisten stehen für die europäischen Märkte vor allem der FF - European Growth (LU0048578792), der CT (Lux) European Smaller Companies (LU1864952335) und der DWS Aktien Strategie Deutschland (DE0009769869). Kleinere Käufe sieht der Händler im JPM Europe Equity Plus (LU0289089384).

Auf globaler Ebene hatte der Händler die größten Verkäufe im CoIQ Collective Intelligence (DE000A3C91C5) und im ARERO - Der Weltfonds (LU0360863863). Gekauft wurde vor allem der Degussa Bank Portfolio Privat Aktiv (DE000A0MS7D8).

von Thomas Koch, 17. September 2026, © Deutsche Börse AG


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