Auslandsaktien: "KI-Rally erreicht neue Sektoren"

Frankfurter Börsenexperten Deutsche Börse Frankfurter Börsenexperten, Deutsche Börse
Frankfurter Börsenexperten Deutsche Börse Frankfurter Börsenexperten, Deutsche Börse
Aktiven Tradern und privaten Anlegern Transparenz zu bieten, ist ein zentrales Anliegen der Frankfurter Börse. Das beinhaltet Markt- und Stammdaten ebenso wie Knowhow und Nachrichten. An dieser Stelle möchten wir mit eigenen Artikeln und Beiträgen aus dem Börsennetzwerk bei Ihren Anlageentscheidungen unterstützen.

 | 
aufrufe Aufrufe: 310
A-
A+
Lesemodus
playAudio
playTeilen
Softwaretitel melden sich mit kräftigen Kursgewinnen zurück, während humanoide Robotik Anlegerinteresse weckt. Händler und Kommentatoren sehen die nächste Phase des KI-Booms zunehmend in der produktiven Anwendung der Technologie.

21. August 2026. FRANKFURT (Deutsche Börse). Trotz der relativ starken Korrektur im vergangenen Monat bleiben die US-amerikanischen Technologietitel in diesem Jahr das Maß aller Dinge. Seit Jahresbeginn liegt der Nasdaq 100 mit 17 Prozent im Plus, während der Euro Stoxx 50 auf 10 Prozent und der DAX nur auf 6 Prozent Wertzuwachs kommen. Auch in der jüngsten Aufschwungphase konnten die Hightech-Werte überproportional stark zulegen.

„Kurstreiber bleiben insbesondere Aktien rund um das Thema Künstliche Intelligenz“, analysiert Marc Richter, Leiter Skontroführung Aktien bei der Steubing AG, das Marktgeschehen. Dafür ist seiner Meinung nach auch die jetzt zu Ende gehende Berichtssaison verantwortlich. Dort habe sich eine unverändert sehr hohe Nachfrage nach KI-Infrastruktur, Rechenleistung, Speicher und entsprechenden Cloud-Lösungen gezeigt.

Die unterschätzten Gewinner der KI-Revolution

Stefan Waldhauser verweist darauf, dass in den vergangenen Wochen auch die zuvor stark vernachlässigten Softwareaktien ein fulminantes Comeback gefeiert haben. Werte wie Workday (US98138H1014) und Atlassian (US0494681010) liegen auf Monatssicht mit 30 bzw. 70 Prozent im Plus. Die pauschale These, dass KI klassische Software verdrängt, greift nach Ansicht des Tech-Experten ohnehin zu kurz. „Entscheidend wird vielmehr, welche Anbieter KI erfolgreich in ihre Plattform integrieren und zur Automatisierungs- und Steuerungsschicht für Unternehmen werden.“

Waldhauser denkt bei den potenziell größten Gewinnern der KI-Revolution deshalb weniger an die Erbauer der Infrastruktur (Hyperscaler, Neoclouds und Frontier-Labs), sondern an diejenigen Unternehmen, die KI produktiv und profitabel anwenden. Als Beispiel nennt er neben den beiden o.a. Firmen auch Unternehmen wie UiPath (US90364P1057), ServiceNow (US81762P1021) und HubSpot (US4435731009). In seiner ausführlichen Analyse erläutert er die Hintergründe. Dabei geht er auch auf die zum Teil günstigen Bewertungen. „Ein Unternehmen, das mit 10 mal Free Cashflow bewertet wird, braucht keine perfekte Story, um ein gutes Investment zu sein. Es braucht nur den Beweis, dass der Cashflow nicht strukturell wegschmilzt.“ 

Physical AI als neuer Megatrend

Richter erklärt derweil, dass sich die KI-Rallye noch auf einen weiteren Bereich auszuweiten beginnt. „Robotics und sogenannte Physical AI entwickeln sich zunehmend zum nächsten Megatrend.“ Während sich die erste Phase des KI-Booms vor allem auf Rechenzentren, Chips und Software konzentriert hat, rückt seiner Meinung nach nun die Übertragung dieser Technologie in die reale Welt in den Vordergrund. „Roboter, autonome Systeme und industrielle Automatisierung können durch leistungsfähigere KI immer komplexere Aufgaben übernehmen.“ Die neuesten Modelle in diesem Segment werden diese Woche auf der World Robot Conference in Peking vorgestellt. Passend dazu hat Unitree, Chinas bekanntester Hersteller humanoider Roboter, gerade sein Börsendebüt gefeiert. Die Aktie lag zum Handelsstart in Shanghai mehr als 600 Prozent über ihrem Ausgabepreis. 

Anders als Unitree ist die Aktie von Ubtech Robotics (CNE100006CQ4) hierzulande schon länger handelbar. Das Unternehmen präsentiert auf der Fachmesse gerade Lehrroboter, die Englischunterricht erteilen und Prüfungen in universitären Testzentren beaufsichtigen können. „Ubtech Robotics steht exemplarisch für den aktuellen Übergang von der klassischen KI-Rallye hin zu Physical AI und humanoider Robotik als nächstem großen Technologietrend“, erklärt Richter und verweist gleichzeitig auf die aktuell hohe Dynamik dieses Sektors. Die Aktie hatte sich von ihrem im Januar markierten Jahreshoch bei rund 17 Euro im Tief glatt halbiert. Nach dem Tief Ende Juli gelang aber innerhalb weniger Wochen ein Kursplus von rund 25 Prozent. Aktuell kostet ein Anteilsschein an der Börse Frankfurt gut 9,50 Euro.

Von Anna-Maria Borse © 21. August 2026, Deutsche Börse AG


Über den Autor

RSS-Feed
Aktiven Tradern und privaten Anlegern Transparenz zu bieten, ist ein zentrales Anliegen der Frankfurter Börse. Das beinhaltet Markt- und Stammdaten ebenso wie Knowhow und Nachrichten. An dieser Stelle möchten wir mit eigenen Artikeln und Beiträgen aus dem Börsennetzwerk bei Ihren Anlageentscheidungen unterstützen.

Hinweis: ARIVA.DE veröffentlicht in dieser Rubrik Analysen, Kolumnen und Nachrichten aus verschiedenen Quellen. Die ARIVA.DE AG ist nicht verantwortlich für Inhalte, die erkennbar von Dritten in den „News“-Bereich dieser Webseite eingestellt worden sind, und macht sich diese nicht zu Eigen. Diese Inhalte sind insbesondere durch eine entsprechende „von“-Kennzeichnung unterhalb der Artikelüberschrift und/oder durch den Link „Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.“ erkennbar; verantwortlich für diese Inhalte ist allein der genannte Dritte.

Themen im Trend

Weitere Vorteile:

  • Kursalarme
  • Watchlists & Musterdepots
  • Börsenspiele & Community-Forum
  • Historische Kurse im CSV-Format
  • News & Themen abonnieren