MADRID (dpa-AFX) - Abwehrspieler Lisandro Martínez von Manchester United hat die eigene Vereinsführung nach dem 0:2 in der Champions League bei Atlético Madrid scharf kritisiert. "Ich muss mich sehr zusammenreißen. Aber manchmal ist es ein Spiegelbild davon, wie unser Club im Moment dasteht", sagte der argentinische Fußball-Weltmeister von 2022 nach dem ernüchternden Auftritt in Madrid.
Für dich zusammengefasst:
Lisandro Martínez kritisiert die Vereinsführung von Manchester United.
Der Club gab im Sommer mehr als 170 Millionen Euro aus.
United hat seit fünf Pflichtspielen nicht gewonnen.
"Wir hatten letzte Saison eine fantastische Spielzeit. Und jetzt erwarten wir mehr von der Spitze, von oben, dass mehr Spieler geholt werden, um konkurrenzfähig zu sein, denn viele Teams holen ebenfalls viele Spieler", erklärte Martínez bei Prime Video. "Atlético hat eine erstklassige Mannschaft, und sie haben den Sieg heute verdient."
Mehr als 170 Millionen Euro im Sommer ausgegeben
Auf die Frage, ob er damit sagen wolle, dass United keinen Kader von Champions-League-Niveau habe, antwortete Martínez: "Ehrlich gesagt erwarte ich mehr. Ich erwarte mehr", sagte der 28-Jährige vom kriselnden Premier-League-Club und fügte an: "Ich erwarte mehr von unserem Sportdirektor."
Der Sportdirektor heißt Jason Wilcox. Unter dem 55-Jährigen gab der Club im Sommer immerhin mehr als 170 Millionen Euro aus. Aus Sicht von Martínez offenbar nicht genug.
Die Red Devils hatten sich in der vergangenen Spielzeit nach drei Jahren Pause wieder für die Champions League qualifiziert. In dieser Premier-League-Saison erwischte das Team von Trainer Michael Carrick mit sechs Punkten aus den ersten sechs Spielen einen schwachen Start. In der Königsklasse ist die Bilanz nach dem Auftaktsieg gegen FK Sabah aus Aserbaidschan (4:0) und der Niederlage in Madrid ausgeglichen. Seit fünf Pflichtspielen ist der Club nun ohne Sieg.
Martínez nimmt Trainer Carrick in Schutz
In Schutz nahm Martínez Ex-Profi Carrick, der im Mai vom Interimstrainer zum dauerhaften Chefcoach ernannt wurde und einen Vertrag bis 2028 hat. "Er gibt sein Bestes", sagte Martínez. Es sei immer leicht, den Trainer oder die Spieler zu kritisieren, betonte er. "Man kann nicht ständig den Trainer wechseln, wechseln, wechseln. Aber was ist mit den anderen Bereichen?".
Carrick wollte sich zunächst nicht zum Interview äußern. "Direkt nach einem Spiel ist für mich nicht der Zeitpunkt, um über dieses Interview zu sprechen, weil ich es nicht gesehen habe, deshalb kann ich dazu wirklich nichts sagen."/cjo/DP/mis
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