DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Wer übernimmt die insolvente Warenhauskette Galeria? Die Suche nach einem oder mehreren Käufern hat jetzt offiziell begonnen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus dem Umfeld des Konzerns. Der Investorenprozess wird demnach von der Unternehmensberatung Roland Berger begleitet.
Für dich zusammengefasst:
Galeria sucht Käufer nach erneutem Insolvenzantrag.
Der Geschäftsbetrieb in 83 Filialen läuft vorerst weiter.
Frank Kebekus verhandelt mit Gordon Brothers über Finanzierung.
Galeria hat kürzlich erneut einen Insolvenzantrag gestellt. Der Geschäftsbetrieb in den 83 Filialen läuft vorerst weiter. Ob und welche Standorte schließen müssen, ist offen. Der vorläufige Insolvenzverwalter Frank Kebekus will das Filialnetz unter die Lupe nehmen und dabei jedes Warenhaus einzeln auf seine wirtschaftliche Tragfähigkeit abklopfen. Das erfuhren die Beschäftigten am Freitag in einer Informationsversammlung.
Kebekus verhandelt dem Vernehmen nach mit der US-Investmentgesellschaft Gordon Brothers über die Finanzierung des operativen Geschäfts. Sobald die Einigung erfolge, würden sich Geschäftsbetrieb und Warenversorgung spürbar stabilisieren, hieß es. Gordon Brothers hatte dem Unternehmen im Juni eine Kreditfinanzierung von bis zu 160 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Sie ist durch Ware von Galeria abgesichert. Im Weihnachtsgeschäft ist es für die Handelskette wichtig, mit den Erlösen neue Bestellungen finanzieren zu können.
"Ein neuer Investor braucht tiefe Taschen"
Der Gesamtbetriebsrat zeigte sich nach dem Austausch mit Kebekus "vorsichtig optimistisch". Das geht aus einem Flugblatt an die Beschäftigten hervor, das der dpa vorliegt. "Wir brauchen Eigentümer, die sich langfristig und stabil für unsere Galeria einsetzen", fordert die Arbeitnehmervertretung darin. Nötig sei nicht nur Kapital, sondern auch ein innovatives Miteinander, "vom Eigentümer beginnend, bis hin zur Unternehmensführung". Der Konzern beschäftigt 11.250 Menschen.
Handelsexperte Johannes Berentzen schätzt den Investitionsbedarf für Gebäudetechnik und Innenausstattung der Galeria-Warenhäuser auf rund eine Milliarde Euro. Weitere Mittel seien unter anderem für den Ausbau der Onlinepräsenz nötig. "Ein neuer Investor braucht tiefe Taschen, selbst wenn er nur die Hälfte der Häuser übernimmt", sagt der Geschäftsführer der Handelsberatung BBE.
Die bisherigen Eigentümer, die US-Investmentgesellschaft NRDC und eine Beteiligungsfirma des Unternehmers Bernd Beetz, hatten Galeria im Sommer 2024 übernommen. Handelsexperten und Verdi kritisierten jüngst wiederholt, sie hätten zu wenig Geld investiert./cr/DP/nas
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