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Klingbeil: Müssen Warnungen vor Kerosinknappheit sehr ernst nehmen

BERLIN (dpa-AFX) - Bundesfinanzminister Lars Klingbeil fordert Maßnahmen gegen einen von der Internationalen Energieagentur (IEA) prognostizierten möglichen Kerosinmangel. "Wir müssen die Warnungen vor Kerosinknappheit sehr ernst nehmen", sagte der SPD-Chef dem "Spiegel". "Für mich ist klar: Wir sollten nicht nur das Preisproblem angehen, sondern müssen jederzeit auch die Versorgungssicherheit im Blick haben."

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Lars Klingbeil (SPD).
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Die IEA hatte am Freitag gewarnt, mehrere europäische Länder könnten in den kommenden sechs Wochen einer beginnenden Knappheit von Kerosin gegenüberstehen. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hatte daraufhin gesagt, Kerosin werde auch in deutschen Raffinerien produziert. Man sei nicht nur von Importen abhängig.

Nach Angaben des Luftverkehrsverbands in Berlin wird sich die Lage selbst bei einem kurzfristigen Ende des Iran-Kriegs auf den Energiemärkten nur langsam entspannen. Die Preise für Kerosin haben sich seit Beginn des Krieges mehr als verdoppelt. Ein großer Teil der Importe stammt aus dem Nahen Osten, zahlreiche Öl-Anlagen im Krisengebiet sind zerstört.

Klingbeil erwartet länger anhaltende Auswirkungen

Klingbeil machte deutlich, dass die Auswirkungen durch den Iran-Krieg länger anhalten könnten. "Wir sind in einer Situation, die ähnlich herausfordernd ist wie die Energiekrise nach dem russischen Überfall auf die Ukraine", sagte der Vizekanzler dem "Spiegel" auf dem Rückflug aus Washington, wo er an der Frühjahrstagung von Internationalem Währungsfond (IWF) und Weltbank teilgenommen hatte. "Die Beratungen haben mir nochmal gezeigt, dass diese Krise größer und hartnäckiger ist, als viele glauben."

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Seine Warnungen vor einer deutlich schlechteren Wirtschaftslage verknüpfte Klingbeil mit einem Aufruf an den Koalitionspartner CDU/CSU. "Ich will, dass wir ein großes und vor allem gerechtes Reformpaket auf den Weg bringen", sagte Klingbeil. "Wir müssen das Land resilienter machen, weniger abhängig von fossilen Energieimporten." Der Iran-Krieg zeige, dass das eine zentrale Frage für das Land sei. "Deshalb drängen wir darauf, den Ausbau der erneuerbaren Energien weiter voranzutreiben und machen Tempo beim Netzausbau."

Schon am Donnerstag hatte Klingbeil seine Kabinettskollegin Reiche vor einem Ausbremsen der Energiewende gewarnt und darauf verwiesen, im Koalitionsvertrag sei vereinbart worden, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien weitergehe./hme/DP/zb

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