KI-Video im ZDF - Chefredakteurin prüft weitere Konsequenzen
BERLIN (dpa-AFX) - ZDF-Chefredakteurin Bettina Schausten hat nach Fehlern in der politischen Berichterstattung des "heute journal" Mängel auf redaktioneller Seite eingeräumt. "Die schauen wir uns im Moment sehr genau an. Das kann auch arbeitsrechtlich noch Konsequenzen haben", sagte sie der "Süddeutschen Zeitung". Bei der Abnahme des Beitrags "hätte Alarm schrillen müssen, weil erkennbar Material aus dem Netz verwendet wurde". In der Kommunikation des ZDF zu dem Fall sei "die Tragweite des Themas spät erkannt" worden.
Schausten verteidigte außerdem die Abberufung der New-York-Studioleiterin Nicola Albrecht. "Der Grund für ihre Abberufung war, dass sie unprofessionell mit Bildmaterial umgegangen ist. Sie wollte einen Beitrag, den sie bereits fürs "Mittagsmagazin" gefertigt hatte, variieren und hat dabei auf Bildmaterial aus dem Netz zurückgegriffen, das sie nicht noch mal eigens geprüft hat", sagte Schausten. "Dadurch war eine Szene in dem Beitrag, die aus einem anderen Kontext stammte. Und dann noch eine KI-generierte Szene, die ebenfalls nicht in den Beitrag hätte hineingeschnitten werden dürfen." Hinweise auf eine bewusste Täuschung gebe es aber nicht.
ZDF bat Zuschauer um Entschuldigung
Das ZDF hatte vor rund einer Woche mit einem Nachrichtenbeitrag im "heute journal" über die Einsätze der US-Migrationsbehörde ICE für Aufsehen gesorgt, weil die Redaktion darin unter anderem mit KI generierte Bilder verwendet hatte. Im "heute journal" räumte das ZDF später Fehler ein und bat die Zuschauer um Entschuldigung. Zudem berief der Sender am Freitag die New York-Korrespondentin Albrecht nach dem fehlerhaften Beitrag mit sofortiger Wirkung ab./svv/DP/jha
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