IWF: KI bedroht 40 % aller Arbeitsplätze

Pascal Grunow Pascal Grunow
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Pascal Grunow war bereits drei Jahre lang als Werkstudent in der Redaktion von BörsenNEWS tätig und ist heute Teil der Redaktion von Wallstreet-Online. Sein Schwerpunkt liegt vor allem auf Kryptothemen, bei denen er aktuelle Marktbewegungen und Trends rund um digitale Währungen aufbereitet. 

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junger Arbeitnehmer vor Bildschirm neben humanoider Roboter
Dall-E
Künstliche Intelligenz treibt die Weltwirtschaft an, bedroht aber zugleich Millionen Jobs. Besonders für Berufseinsteiger könnten die Folgen verheerend sein.
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Auf der Jahrestagung von IWF und Weltbank in Bangkok bezeichnete IWF-Chefin Kristalina Georgieva die Entwicklung als einen "Tsunami in Zeitlupe". Nach Einschätzung der Organisation könnten weltweit 40 Prozent aller Arbeitsplätze von künstlicher Intelligenz betroffen sein. In Industrieländern liegt dieser Anteil sogar bei 60 Prozent, während er in einkommensschwachen Ländern 23 Prozent beträgt.

Dabei geht es nicht ausschließlich um den vollständigen Wegfall von Stellen. Auch die Anforderungen an bestehende Berufe könnten sich grundlegend verändern, während bestimmte Tätigkeiten zunehmend von KI-Systemen übernommen werden.

Junge Arbeitnehmer besonders gefährdet

Besonders kritisch sieht Georgieva die Entwicklung für junge Menschen, die gerade erst ins Berufsleben einsteigen. Viele klassische Einstiegspositionen bestehen aus wiederkehrenden Aufgaben, die sich vergleichsweise leicht automatisieren lassen.

Genau diese Tätigkeiten übernehmen KI-Anwendungen zunehmend. Dadurch drohen ausgerechnet jene Arbeitsplätze wegzufallen, über die junge Beschäftigte bislang erste Berufserfahrungen sammeln konnten.

Langfristig sieht der IWF auch Risiken für die Staatsfinanzen. Sollte sich die Einkommensverteilung zunehmend von Arbeitnehmern hin zu Kapitaleigentümern verschieben, könnten Regierungen wichtige Steuereinnahmen verlieren.

KI-Boom hält Weltwirtschaft auf Wachstumskurs

Während die Folgen für den Arbeitsmarkt Sorgen bereiten, entwickelt sich künstliche Intelligenz gleichzeitig zu einem wichtigen Wachstumstreiber.

Nach Angaben Georgievas tragen die massiven Investitionen in KI-Technologien dazu bei, dass die Weltwirtschaft trotz hoher Energiepreise und geopolitischer Belastungen weiterhin um rund drei Prozent wächst.

Besonders profitieren asiatische Volkswirtschaften, die Halbleiter und andere wichtige Komponenten für KI-Rechenzentren produzieren.

Nach Berechnungen des IWF könnte die zunehmende Verbreitung künstlicher Intelligenz das jährliche Wirtschaftswachstum in Industrieländern um 0,5 bis einen Prozentpunkt steigern. Für Schwellenländer erwartet die Organisation einen zusätzlichen Wachstumsbeitrag von 0,2 bis 0,8 Prozentpunkten.

IWF warnt auch vor Risiken für die Finanzmärkte

KI-Hardware und verwandte Technologieprodukte machen inzwischen mehr als zehn Prozent des weltweiten Warenhandels aus.

Georgieva erwartet sogar, dass die weltweiten KI-Investitionen gemessen an der Wirtschaftsleistung künftig größer ausfallen könnten als die historischen Investitionen in Eisenbahnnetze oder die Stromversorgung.

Doch der Boom birgt erhebliche Risiken. Die enormen Ausgaben für Rechenzentren, Halbleiter und Energie treiben bereits die Inflation an. Gleichzeitig haben sich zahlreiche große KI-Unternehmen stark verschuldet, um ihre Investitionen zu finanzieren.

Sollten die erhofften Gewinne ausbleiben, könnten die Folgen weit über die Technologiebranche hinausreichen und Turbulenzen an den Finanzmärkten auslösen.



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