Pascal Grunow war bereits drei Jahre lang als Werkstudent in der Redaktion von BörsenNEWS tätig und ist heute Teil der Redaktion von Wallstreet-Online. Sein Schwerpunkt liegt vor allem auf Kryptothemen, bei denen er aktuelle Marktbewegungen und Trends rund um digitale Währungen aufbereitet.
Google weicht eines seiner bisherigen Datenschutzversprechen auf. Künftig könnten persönliche Informationen aus Gmail, Google Drive und Google Fotos unter bestimmten Voraussetzungen auch für Werbezwecke genutzt werden.
Die Änderung der Datenschutzrichtlinien trat am 16. Oktober 2026 in Kraft und wurde zuerst vom Technologieportal Android Authority entdeckt. Bislang hatte Google zugesichert, Inhalte aus den drei Diensten nicht für personalisierte Werbung zu verwenden.
An dieser Regel hält der Konzern grundsätzlich fest, schafft jedoch eine entscheidende Ausnahme. Geben Nutzer ihre Daten für andere Google-Dienste frei, können diese auch zur Personalisierung von Werbung beitragen. Damit könnten private E-Mails, Dokumente und Fotos künftig indirekt beeinflussen, welche Anzeigen Nutzer zu sehen bekommen.
Hinter der Änderung steht Googles KI-Initiative "Personal Intelligence". Die Technologie soll Anwendungen wie Gemini und den KI-Modus der Google-Suche durch den Zugriff auf persönliche Informationen deutlich nützlicher machen.
Verknüpfen Nutzer beispielsweise ihr Gmail-Konto mit der Google-Suche, kann die KI automatisch Hotelreservierungen aus E-Mails erkennen und darauf abgestimmte Restaurantempfehlungen liefern.
Genau diese Informationen könnten künftig jedoch auch beeinflussen, welche Werbung Nutzern angezeigt wird. Wer seine Daten für intelligentere KI-Antworten freigibt, ermöglicht unter Umständen gleichzeitig deren Verwendung zur Werbepersonalisierung.
Google betont allerdings, dass Inhalte aus Gmail, Drive und Google Fotos weiterhin nicht standardmäßig für Werbezwecke verwendet werden.
Auch sollen Werbetreibende keinen direkten Zugriff auf private E-Mails, Dokumente oder Fotobibliotheken erhalten. Persönlich identifizierende Informationen wie Namen oder E-Mail-Adressen würden ohne entsprechende Zustimmung ebenfalls nicht weitergegeben.
Die Änderung bedeutet somit nicht, dass Google sämtliche privaten Nachrichten automatisch nach Werbemöglichkeiten durchsucht. Entscheidend ist vielmehr, welche Dienste Nutzer freiwillig miteinander verknüpfen.
Googles KI-Offensive trifft auf Datenschutzbedenken
Die Anpassung fällt in eine Phase, in der Google seine KI-Technologie immer tiefer in bestehende Produkte integriert. Bereits zuvor hatten Änderungen rund um lokale KI-Modelle im Chrome-Browser Fragen zum Umgang des Konzerns mit Nutzerdaten aufgeworfen.
Für Googles Mutterkonzern Alphabet könnte die stärkere Verknüpfung von KI und personalisierter Werbung zusätzliche Einnahmen ermöglichen. Wie wichtig das Werbegeschäft bereits ist, zeigen die jüngsten Quartalszahlen. Im zweiten Quartal 2026 erzielte Alphabet Werbeerlöse von 81,63 Milliarden US-Dollar. Das entspricht rund 68 Prozent des gesamten Konzernumsatzes von 119,8 Milliarden US-Dollar.
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