Die Wehrpflicht war im Jahr 2011 ausgesetzt worden, was praktisch einer Abschaffung von Wehr- und Zivildienst gleichkam. Union und SPD wollen angesichts der durch die russische Invasion in der Ukraine veränderten Sicherheitslage ein neues und zunächst auf Freiwilligkeit basierendes Wehrdienstmodell einführen.
Nach Ansicht von Fischer reicht das nicht aus: "Wenn wir abschreckungsfähig werden wollen, wird das ohne eine Wehrpflicht nicht gehen." Der ehemalige Vizekanzler betonte, dabei seien auch Frauen gefragt: "Entweder wir haben die Gleichstellung, oder wir haben sie nicht."
Der Vorsitzende des Bundeswehrverbandes, André Wüstner, drängt derweil auf eine schnelle Umsetzung einer neuen Wehrpflicht. "Es wäre unverantwortlich, die Wehrpflicht nicht bereits jetzt vorzubereiten", sagte er der dpa. In der vergangenen Woche hatten die Nato-Verteidigungsminister das größte Aufrüstungsprogramm seit den Zeiten des Kalten Krieges beschlossen. Für Deutschland bedeutet dies bis zu 60.000 zusätzliche Soldatinnen und Soldaten.
Sein früheres Nein zu einer Wehrpflicht sei aus heutiger Sicht "eindeutig" ein Fehler, erklärte Fischer weiter. "Für die eigene Freiheit muss man einstehen. Wenn es darauf ankommt, auch kämpfen." Fischer war von 1998 bis 2005 Bundesaußenminister und Vizekanzler in der rot-grünen Regierung von Kanzler Gerhard Schröder (SPD)./gge/DP/stw
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