ARIVA.DE Redaktion  | 
aufrufe Aufrufe: 3413

Evotec streicht 800 Stellen – und trotzdem sehen Analysten 100% Kurspotenzial

800 Stellen weg, Kosten explodiert, Gewinne verschoben – Evotec steckt tief in der Krise. Doch Analysten sehen mehr als 100% Kurspotenzial. Was steckt hinter dem Widerspruch?
play Anhören
share Teilen
feedback Feedback
copy Kopieren
newsletter
font_big Schrift vergrößern
Für dich zusammengefasst:
Hinweis
Wissenschaftler bei der Arbeit in einem medizinischen Labor (Symbolbild).
Quelle: www.gettyimages.de"> - © SolStock / E+ / Getty Images www.gettyimages.de: http://www.gettyimages.de
Evotec SE 5,64 € Evotec SE Chart +1,26%
Zugehörige Wertpapiere:

Rund 800 Stellen werden gestrichen, die Restrukturierungskosten haben sich fast verdreifacht – und die erhoffte Rückkehr in die Gewinnzone verschiebt sich um mindestens ein Jahr. Der Hamburger Wirkstoffforschungsdienstleister Evotec steckt mitten in einer schmerzhaften Neuaufstellung, die den Hamburgern 2026 tief in die Zahlen schneidet.

Anfang März hatte das Unternehmen seine Jahresziele für 2026 deutlich nach unten korrigiert: Der Umsatz soll zwischen 700 und 780 Millionen Euro liegen, das bereinigte EBITDA allenfalls im einstelligen Millionenbereich – oder gar bei null. Kern des Problems ist das hausintern "Horizon" getaufte Sparprogramm. Dessen Gesamtkosten belaufen sich laut aktuellen Schätzungen auf rund 100 Millionen Euro in bar – mehr als doppelt so viel wie bislang eingeplant. Die angestrebten jährlichen Einsparungen von 75 Millionen Euro sollen zwar höher ausfallen als ursprünglich versprochen, greifen aber frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2026. Die eigentliche Erholungsphase beginnt damit erst 2027.

Evotec gehört zu den führenden europäischen Anbietern von Auftragsforschung im Bereich der frühen Arzneimittelentwicklung – ein Markt, der nach zwei schwachen Jahren auf Erholung wartet. Die Branche leidet seit 2022 unter einem Rückgang der Biotech-Finanzierungen, was die Budgets vieler Kunden schrumpfen ließ. Konkurrenten wie Lonza, Charles River Laboratories oder Thermo Fisher Scientific (Thermo Fisher Scientific Aktie) stehen vor ähnlichen Gegenwind, berichten aber zuletzt von ersten Stabilisierungssignalen.

Für Evotec selbst gibt es trotz der schwierigen Lage konkrete Lichtblicke: Die Biologika-Fertigungstochter JEB (Just – Evotec Biologics) hat ihren Kundenstamm deutlich verbreitert. Ohne die stark schwankenden Erlöse aus der Sandoz-Partnerschaft und US-Regierungsaufträgen soll das Segment 2025 mehr als doppelt so viel Umsatz erzielt haben wie im Vorjahr. Das zeigt: Evotecs Technologie gewinnt an Anerkennung – auch wenn die Profitabilität noch auf sich warten lässt.

Knockout von Ing Markets Werbung

Passende Knock-Outs

Strategie Hebel
Steigender Kurs
Call
5
10
20
Fallender Kurs
Put
5
10
20
Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen finden Sie jeweils hier: DE000NB6BLC9 , DE000NB6BXT8 , DE000NB6CG34 , DE000NB4CWF2 , DE000NB5NJ88 , DE000NB5Q065 . Bitte informieren Sie sich vor Erwerb ausführlich über Funktionsweise und Risiken der Produkte. Bitte beachten Sie auch die weiteren Hinweise zu dieser Werbung.

Am Aktienmarkt spiegelt sich die Unsicherheit deutlich wider. Das Papier notiert aktuell bei rund 4,32 Euro – nur knapp über dem 52-Wochen-Tief. Gemessen am erwarteten Umsatz wird die Aktie mit dem gut Einfachen bewertet, was für ein Unternehmen in der Restrukturierung vertretbar wirkt, aber wenig Spielraum für weitere Enttäuschungen lässt.

Berenberg stuft den Wert dennoch unverändert als Kaufempfehlung ein und senkte das Kursziel moderat von 10,00 auf 9,70 Euro. Damit sieht das Analysehaus mehr als 100 Prozent Kurspotenzial. Bis 2028 rechnen die Analysten mit einer EBITDA-Marge von rund 17 Prozent – vorausgesetzt, die Branche erholt sich wie erwartet und JEB liefert weiter. Beides bleibt vorerst eine Wette auf bessere Zeiten.

Autor: Ariva-Redaktion


Für dich aus unserer Redaktion zusammengestellt

Dein Kommentar zum Artikel im Forum

Jetzt anmelden und diskutieren Registrieren Login

Hinweis: ARIVA.DE veröffentlicht in dieser Rubrik Analysen, Kolumnen und Nachrichten aus verschiedenen Quellen. Die ARIVA.DE AG ist nicht verantwortlich für Inhalte, die erkennbar von Dritten in den „News“-Bereich dieser Webseite eingestellt worden sind, und macht sich diese nicht zu Eigen. Diese Inhalte sind insbesondere durch eine entsprechende „von“-Kennzeichnung unterhalb der Artikelüberschrift und/oder durch den Link „Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.“ erkennbar; verantwortlich für diese Inhalte ist allein der genannte Dritte.


Weitere Artikel des Autors

Themen im Trend