AMSTERDAM (dpa-AFX) - Der Preis für europäisches Erdgas ist am Dienstag weiter gestiegen und hat den höchsten Stand seit zwei Wochen erreicht. Im Vergleich zum deutlichen Preissprung vom Wochenauftakt ging es mit der Notierung im frühen Handel aber nur noch leicht nach oben. Der richtungweisende Erdgas-Terminkontrakt TTF zur Lieferung in einem Monat wurde an der Börse in Amsterdam bei 62,50 Euro je Megawattstunde (MWh) gehandelt. Das ist der höchste Stand seit dem 24. Juli. Die Notierung bewegt sich damit weiter in Richtung des Hochs seit Beginn des Iran-Kriegs, das im März bei etwa 70 Euro erreicht worden war. Vor dem Krieg lag der Preis bei etwa 30 Euro.
Für dich zusammengefasst:
Der europäische Gaspreis erreicht ein Zweiwochenhoch.
Der Erdgas-Terminkontrakt TTF liegt bei 62,50 Euro/MWh.
Die Füllstände der europäischen Gasspeicher sind niedrig.
Am Montag hatte sich europäisches Erdgas um etwa 13 Prozent verteuert, weil das Ringen der Kriegsparteien USA und Iran um die vollständige Wiedereröffnung der Straße von Hormus keine Fortschritte zeigt. Durch die Meerenge wird ein Großteil der Energierohstoffe aus den Förderstaaten am Golf transportiert. "Die Hoffnung auf ein zeitnahes Abkommen mit dem Iran scheint sich einmal mehr in Luft aufzulösen", kommentierten Analysten vom Bankhaus Metzler.
Der Preisanstieg beim Erdgas fiel zu Beginn der Woche deutlich stärker aus als beim Rohöl. Nach Einschätzung der Experten vom Bankhaus Metzler ist der Ölmarkt dank staatlicher Reserven besser auf Lieferengpässe vorbereitet als der Gasmarkt. Die Analysten verwiesen auf die vergleichsweise niedrigen Füllstände der europäischen Gasspeicher. Diese seien Anfang August nur zu 59 Prozent gefüllt. Die für diesen Zeitraum übliche Füllmenge liege aber bei 76 Prozent.
"Legt man die Geschwindigkeit der Befüllung aus den vergangenen Jahren zugrunde, so ergäbe sich für den Winterbeginn ein Füllstand von rund 74 Prozent", heißt es in der Analyse vom Bankhaus Metzler. Dies seien etwa zehn Prozentpunkte weniger als vor einem Jahr. Zwar sehen die Metzler-Experten in dem vergleichsweise niedrigen Füllstand keinen Grund zur Sorge. Allerdings entstehe ein Zeitdruck für die Speicher-Befüllung vor dem Start der Heizsaison, was den Wettbewerb mit asiatischen Importeuren verstärke und die Preise antreibe./jkr/stk
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