Dräger hofft beim PFAS-Verbot auf die Bundesregierung

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LÜBECK (dpa-AFX) - In der Debatte um ein weitreichendes PFAS-Verbot auf EU-Ebene wartet Drägerwerk -Chef Stefan Dräger auf ein Einschreiten der Bundesregierung. "Die Bundesregierung könnte noch immer eingreifen und sagen, wir haben jetzt eine politische Bewertung auch der gesellschaftlichen Auswirkungen vorgenommen und wir wollen den Vorschlag ändern." Er warte auf eine Initiative der Regierung, den deutschen Industriestandort zu retten.

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PFAS steht für per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen. Es handelt sich um eine Gruppe industriell hergestellter Chemikalien, die wasser-, fett- und schmutzabweisend sind. Mehr als 10.000 verschiedene Verbindungen sind bekannt. Die Stoffe bauen sich in der Umwelt und im Körper nicht oder kaum ab und werden deshalb auch Ewigkeitschemikalien genannt. Es gibt Hinweise, dass bestimmte PFAS gesundheitsschädlich sind.

"Die diskutierte PFAS-Regelung ist existenzbedrohend, nicht nur für Dräger", sagte der Vorstandsvorsitzende des Konzerns. Er spricht sich dafür aus, dass die Industrie besonders nützliche Stoffe weiter verwenden darf - sofern diese ungiftig und nicht wasserlöslich sind. Als Voraussetzung müssten Produktion, Gebrauch und Entsorgung kontrolliert werden. PFAS seien zwar sehr beständig und gehörten nicht in die Umwelt, aber nicht alle seien gefährlich.

Den Begriff Ewigkeitschemikalien lehnt Dräger nach eigener Aussage ab. Umweltaktivisten nutzten die Formulierung, um Unmut zu säen.

Bewertung soll bis Ende 2026 abgeschlossen werden

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Drägerwerk Vz Aktie 95,70 € -0,62%

PFAS sind bereits teils international, auf EU-Ebene und national reguliert. In der EU läuft seit 2023 ein weitreichendes Beschränkungsverfahren, das Behörden aus fünf europäischen Ländern - darunter Deutschland - angestrengt haben. Es werden mehrere Varianten diskutiert. Inzwischen gilt die Option eines Totalverbots als voraussichtlich nicht umsetzbar. Das Bewertungsverfahren soll bis Ende des Jahres abgeschlossen werden.

Dräger kritisierte, der Vorstoß auch aus Deutschland beruhe nicht auf einem Beschluss des Bundestags. Es fehle deshalb an Legitimation.

Dräger (63) leitet in fünfter Generation das 1889 in Lübeck gegründete Familienunternehmen. Vergangenes Jahr beschäftigte der börsennotierte Konzern mehr als 16.000 Mitarbeiter und erzielte einen Umsatz von annähernd 3,5 Milliarden Euro. Die Stammaktien hält mehrheitlich die Familie Dräger./lkm/DP/mis


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