- Hohe Ölpreise setzen Märkte unter Druck.
- Enbridge besitzt ein Pipeline-System von über 100.000 km.
- Aktie von Enbridge bietet aktuell eine hohe Dividendenrendite.
- Energiekrise als Kurstreiber:
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Max Gross Hohe Energiepreise setzen Anleihe- und Aktienmarkt unter Druck
Für die weltweiten Aktien- und Anleihemärkte werden die anhaltend hohen Ölpreise mehr und mehr zur Belastungsprobe. Da sich nach mehr als einem halben Jahr noch immer keine dauerhafte Friedenslösung im Nahen Osten abzeichnet, sind die Inflationserwartungen stark gestiegen – und damit auch der Handlungsdruck auf die Notenbanken, wenigstens Zweitrundeneffekte mit Zinserhöhungen einzudämmen.
Da aber gleichzeitig von Unternehmen so viel Geld wie schon lange nicht mehr nachgefragt wird, vor allem im Zusammenhang mit den milliardenschweren KI-Investitionen von Hyperscalern und Neocloud-Anbietern, steigen die Anleiherenditen weiter. Das rückt vor allem Aktien in den Mittelpunkt, die von der Krise profitieren, anstatt unter ihr zu leiden.
Krisenprofiteure lassen den Gesamtmarkt hinter sich
Wenig überraschend sind Aktien aus der Energie- und Öl-Branche die in diesem Jahr erfolgreichsten Anlagen am Aktienmarkt gewesen. Sie hielten dem Sturm durch höhere Anleiherenditen bislang stand und profitierten von den hohen Energiepreisen.
Der vielbeachtete Branchen-ETF Energy Select Sector von Vermögensverwalter State Street hat seit dem Jahreswechsel rund 46 Prozent zugelegt – vor allem dank der Kursgewinne von Öl-Multis wie Chevron und ExxonMobil.
Nicht nur Förderer, auch Transporteure bieten Chancen
Doch nicht nur in der Öl- und Gasförderung und Verarbeitung lauern Chancen für Anlegerinnen und Anleger, sondern auch im Transport. Angesichts der weitreichenden Unterbrechung von Lieferketten durch die Sperrung der Straße von Hormus und bedrohten Schifffahrtswegen auch im Roten Meer sind Kapazitäten zu Wasser inzwischen begrenzt.
Das macht Transportwege zu Land umso wertvoller, auch weil Förderer, wo überhaupt möglich, mit Produktionsmengenausweitungen auf die Lieferunterbrechungen reagieren. Einer der größten Anbieter von Transportdienstleistungen mit einem in Kanada und den USA weitverzweigten Pipeline-Netzwerk ist das Midstream-Unternehmen Enbridge. Nach einer Korrektur bietet die Aktie eine aussichtsreiche Einstiegschance.
Enbridge transportiert – und kassiert dort, wo es am meisten zu holen gibt
Der kanadische Konzern verfügt über ein Pipeline-System mit einer Gesamtlänge von über 100.000 Kilometern. Neben Öl- verfügt das Unternehmen vor allem über umfangreiche Erdgastransportkapazitäten. Dabei ist das Unternehmen auf allen wichtigen Märkten in Nordamerika vertreten – von den Ölschiefergebieten in der kanadischen Provinz Alberta, bis in hin zum Golf von Mexiko, wo neben großen Abnehmern auch die Exportterminals für die Ausfuhr nach Europa sitzen. Auch in den Neuengland-Staaten ist Enbridge vertreten.
Das ist vor allem mit Blick auf den KI-Boom interessant, denn hier entstehen neben den Südstaaten Texas und Arizona zahlreiche Rechenzentren für KI-Anwendungen und die sollen überwiegend auch mit Strom aus Erdgas betrieben werden. Dass Enbridge hier bereits mit einem weitverzweigten Pipeline-Netz vertreten ist, dürfte dem Unternehmen künftig große Marktanteile bei der Belieferung von Rechenzentren verschaffen. Damit verfügt der Konzern auch über hohe Öl- und Gaspreise hinaus über starke Aussichten.
Berechenbares Geschäftsmodell ermöglicht hohe Dividende
Das Geschäftsmodell von Enbridge ist denkbar einfach: Das Unternehmen transportiert in seinen Pipelines Öl und Gas und verlangt dafür Durchleitungsgebühren. Die hängen einerseits vom Volumen und andererseits von den Spot-Markt- und Futures-Preisen ab.
Gegenwärtig liegt eine besonders lukrative Ausgangslage aus hohen Volumen und hohen Preisen vor. Das sorgt über die ohnehin recht gut planbaren Erlöse und Cashflows hinaus für eine Sonderkonjunktur und besonders hohe Gewinne.
Aber auch ohne die aktuell starke Ertragslage ist das Unternehmen als zuverlässiger Dividendenzahler bekannt. Enbridge zahlt seit 1999 eine Ausschüttung, wenngleich diese 2012 pausiert werden musste. Dabei ist die Dividende recht zuverlässig, aber auch nicht ohne Unterbrechung angehoben worden. In den vergangenen 10 Jahren legten die Ausschüttungen mit einer durchschnittlichen jährlichen Steigerungsrate (CAGR) von 6,1 Prozent zu. Aktuell bietet Enbridge eine Ausschüttungsrendite von 5,9 Prozent. Damit bieten die Kanadier deutlich mehr als andere Öl-Werte.
Aktie nach Korrektur wieder moderat bewertet
Auch mit Blick auf die Unternehmensbewertung ist Enbridge gegenwärtig besonders attraktiv. Nach einer Korrektur um rund 15 Prozent in den vergangenen Wochen haben sich die Bewertungskennzahlen dem historischen Durchschnitt wieder etwas angenähert.
Für 2026 ruft der Markt aktuell ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 22,8 ab, das im kommenden Jahr auf 20,6 sinken soll. Bei den Barmittelzuflüssen winkt eine knapp zweistellige Cashflow-Rendite – das sichert gleichzeitig die überdurchschnittlich hohe Dividende ab.
Was die Aktie etwas unter Druck gesetzt hat, war der starke Anstieg der Anleiherenditen. Enbridge ist mit rund 77,6 Milliarden US-Dollar vergleichsweise hoch verschuldet, das entspricht rund dem 6-Fachen des EBITDA und signalisiert einen Verschuldungsgrad mit hohem Hebel. Sollte sich die Lage am Anleihenmarkt jedoch wieder normalisieren, dürfte es für die Enbridge-Aktie besonders steil bergauf gehen.

Erholungschancen an wichtiger Unterstützung
Die handelt technisch jetzt in einer aussichtsreichen Ausgangslage für eine Erholungsbewegung. Wenngleich das Kursgeschehen in den vergangenen Wochen zu einer deutlichen Eintrübung des Chartbildes geführt hat mit einer Notierungen unter den gleitenden Durchschnitten, wo es mit einem Death Cross außerdem zu einem Verkaufssignal gekommen ist, liegen erste Anzeichen für eine Gegenbewegung vor.
Im Bereich von 45,50 bis 46,00 US-Dollar ist Enbridge auf einen wichtigen Unterstützungsbereich gestoßen. Außerdem war die Aktie mit Blick auf die technischen Indikatoren zuletzt deutlich überverkauft, was eine Erholung jetzt umso wahrscheinlicher macht. Hierfür Hoffnung machen außerdem die Bodenbildung im RSI, welche damit bullishe Divergenzen liefert, sowie der Trendstärkeindikator MACD, der sich zumindest über seine Signallinie schieben konnte und damit Entspannung im Abwärtstrend anzeigt. Das genügt für eine Erholung nach längeren Verlustserien oft bereits aus.
| | 04.10.26 - ARIVA.DE Redaktion |
Fazit: Spannender Kandidat für Watchliste und Depot
Die anhaltend hohen Öl- und Gaspreise sorgen für ein kräftiges Gewinnwachstum nicht nur bei den Förderern und Verarbeitern, sondern auch Transportinfrastruktur-Unternehmen wie Enbridge. Angesichts unterbrochener Lieferketten und zerstörter Raffineriekapazitäten dürfte die Nachfrage nach Alternativen auch lange über einen möglichen Friedensschluss im Nahen Osten hinaus anhalten. Das sorgt für starke Gewinnaussichten auch über die aktuelle Lage hinaus.
Enbridge ist hierfür besonders stark positioniert – obendrein gibt es noch KI-Exposure und das zu einem nach der Korrektur der Aktie fairen Preis und einer überdurchschnittlich hohen Dividendenrendite. Anlegerinnen und Anleger sollten die Anteile jetzt auf die Watchliste setzen oder sich gleich ins Depot holen.
Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross
| Strategie | Hebel | |||
| Steigender Kurs |
Call
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5
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10
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20
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| Fallender Kurs |
Put
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5
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