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Deka-S-Finanzklima: Stimmung leidet unter US-Zöllen und Reformstau

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die US-Zölle und bisher ausgebliebene Reformen durch die Bundesregierung belasten laut einer Umfrage unter Sparkassen-Vorständen die Stimmung in der deutschen Wirtschaft erheblich. "Die US-Zollpolitik wirkt wie Sand im Getriebe unserer Wirtschaft: Sie bremst Investitionen, verunsichert Märkte und trifft selbst Unternehmen, die gar keinen direkten US-Handel betreiben", sagte Torsten Cremer, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Hamm, anlässlich der Veröffentlichung des Deka-S-Finanzklima für das dritte Quartal am Donnerstag in Frankfurt. "Über unsere Kundenbeziehungen spüren wir in unserer Sparkasse jeden Tag, wie sich die Unsicherheit durch die gesamte Lieferkette frisst."

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Quelle: - © nevarpp / iStock / Getty Images Plus / Getty Images:

Zweiter Stimmungsdämpfer sind die bisher leeren Reformversprechen der Bundesregierung unter Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). "Die Hoffnungen auf konjunkturelle Impulse durch wirtschaftspolitische Reformen bröckeln ab", lautet ein Ergebnis der Dekabank-Studie, die eine Umfrage unter den 343 deutschen Sparkassen auswertet. Der große Hoffnungsträger Reformen habe seine Rolle noch nicht erfüllt. Die Regierung falle hier nach Einschätzung der Sparkassenvorstände hinter die Erwartungen zurück, die sich mit verschiedenen Ankündigungen einer Wirtschaftswende verbunden haben.

Dabei seien Reformen dringend nötig. "Wenn wir den Wohlstand in Deutschland sichern wollen, dann müssen wir Bürokratie abbauen, den Fachkräftemangel entschlossen angehen und unsere Sozial- und Rentensysteme zukunftsfest machen", sagte Ulrich Reuter, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV). Der Deka-S-Finanzklima-Index, der seit Herbst 2020 berechnet und seit Anfang 2022 veröffentlicht wird, ist im dritten Quartal von dem Rekordwert von 108 auf 104,4 Punkte gefallen.

Der darin enthaltene Konjunkturklima-Index rutschte nach zwei starken Anstiegen in den vergangenen beiden Quartalen mit minus 5,9 Punkten wieder unter die Null-Linie. "Maßgeblich hierfür waren deutlich schwächere Erwartungen an den gesamtwirtschaftlichen Verlauf auf die kommenden sechs Monate", hieß es in der Studie. Die Merz-Regierung stehe vor entscheidenden Wochen. In diesen werde sich entscheiden, mit welcher Zuversicht nicht nur die Sparkassen-Vorstände in die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands blicken.

Das Deka-S-Finanzklima wird regelmäßig vom "Handelsblatt" und der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX veröffentlicht./zb/jkr/jha/

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