Bundesregierung warnt vor größeren Bodeneinsätzen im Libanon
BERLIN (dpa-AFX) - Die Bundesregierung äußert sich "enorm beunruhigt" über die Entwicklungen im Libanon und warnt die israelische Regierung vor einer größeren Bodenoffensive. "Der Blick auf diesen Teil des Kriegsgebietes erfüllt uns mit Sorge, weil wir Vorbereitung für eine größere israelische Bodenoffensive sehen", sagte Regierungssprecher Stefan Kornelius in Berlin. Eine solche Offensive würde "die ohnehin angespannte humanitäre Lage in der Region deutlich verschlechtern (..) und noch mal zu einem erhöhten Fluchtgeschehen beitragen", fügte er hinzu.
Aus diesem Grund fordere man "auch unsere israelischen Freunde eindringlich auf, diesen Weg nicht einzuschlagen, und sind auch im Kontakt, diese Botschaft mitzuteilen", sagte Kornelius.
Bundesregierung an Israel: Zivile Ziele und Unifil nicht angreifen
Die Bundesregierung verurteile scharf, dass die Hisbollah-Miliz aufseiten des Irans wieder in den Kampf gegen Israel eingetreten sei. Die Hisbollah müsse die Kämpfe einstellen und die Waffen niederlegen. Man begrüße, dass es Anstrengungen gebe, die Gespräche zwischen Israel und dem Libanon wieder in Gang zu setzen, sagte Kornelius. Die Bundesregierung fordere Israel zudem auf, zivile Ziele und die Friedenstruppe der UN-Beobachtermission Unifil nicht anzugreifen. Unifil-Blauhelmsoldaten waren zuletzt im Grenzgebiet zu Israel immer wieder zwischen die Fronten und unter Beschuss geraten.
Eigenen Angaben zufolge hat die israelische Armee "begrenzte und gezielte Bodeneinsätze" im Süden des Nachbarlands Libanon begonnen. Ziel seien aktive Hisbollah-Mitglieder sowie die Infrastruktur der Miliz. Die Einsätze am Boden seien "Teil umfassenderer Verteidigungsmaßnahmen", um die Einwohner im angrenzenden Nordisrael zu schützen./bk/DP/nas
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