Broadcom-Chef spricht von Casino: Wie gefährlich wird der Chip-Ausverkauf?
Nicolas Ebert
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Nicolas Ebert steht für kompakte Nachrichten mit einem sicheren Gespür für relevante Marktthemen. Nach über 6 Jahren für wallstreetONLINE und ariva.de im Einsatz fühlt sich der Berliner in der Finanzwelt wie zu Hause. Seine Inhalte reichen querbeet von Value-Titeln und den Märkten in Asien über die US Big-Techs bis hin zu aktuellen Top-Performern auf dem globalen Börsenparkett. So entstehen informative News, die Anlegern echten Halt geben.
Der Ausverkauf bei Chipaktien zieht weltweit Kreise. Anlegerinnen und Anleger fürchten einen überhitzten Handel rund um künstliche Intelligenz, steigende Finanzierungskosten und neue Konkurrenz aus China.
Am härtesten traf es die Speicherhersteller wie SK Hynix und Samsung Electronics. Beide fielen auf den tiefsten Stand seit August. Auslöser war ein Bericht über Fortschritte des chinesischen Herstellers ChangXin Memory Technologies bei einer neuen Speicherarchitektur.
Die Welle schwappte auf den US-Sektor über. Zusätzlich verunsicherte Broadcom-Chef Hock Tan. Er verglich die Stimmung am Markt mit einem Casino und warnte, die Finanzierung des gewaltigen Infrastrukturausbaus werde zur zentralen Herausforderung.
Cathie Wood hält sich von den klassischen Speicherherstellern fern. Die Nachfrage nach Speicher mit hoher Bandbreite sei zwar stark und das Angebot knapp, sagte die Gründerin von ARK Invest vor Investoren in Hongkong. Neue Wettbewerber aus China könnten den Markt aber durcheinanderwirbeln. "Der Trend ist aufwärtsgerichtet, aber die Zyklen sind brutal", sagte Wood. Eine Blase sieht sie dagegen nicht. Künstliche Intelligenz könne die Produktivität erheblich steigern.
Speicheraktien billig wie nie?
Die Bewertungen spiegeln die Angst vor dem nächsten Abschwung. Laut MarketScreener liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2026 bei SK Hynix unter fünf, bei Samsung knapp darüber. Samsung bringt rund 1,2 Billionen US-Dollar auf die Waage, SK Hynix kam vor dem Einbruch auf gut 900 Milliarden US-Dollar. Seit Jahresbeginn liegen beide trotz der Verluste noch weit im Plus. Am 28. Oktober legt Samsung seine Zahlen für das dritte Quartal vor.
Wood selbst kaufte in der vergangenen Woche vor allem Technologie, Biotechnologie und Rüstung. Größter Zukauf war CoreWeave für 27,9 Millionen US-Dollar. Am stärksten trennte sich ARK von Robinhood mit 47,6 Millionen US-Dollar und Teradyne mit 41,8 Millionen. Zudem verkaufte der Fonds ARK Next (Next Aktie) Generation Internet rund 106.000 SpaceX-Aktien für 17,7 Millionen US-Dollar. SpaceX bleibt dennoch die zweitgrößte Position.
Fazit
Der Ausverkauf trifft eine Branche mit Rekordgewinnen, aber auch mit langer Erfahrung in brutalen Zyklen. Die niedrigen Bewertungen zeigen, dass der Markt bereits sinkende Gewinne einpreist. Wer einsteigt, setzt darauf, dass die Knappheit länger anhält als befürchtet. Die Quartalszahlen von Samsung Ende Oktober liefern den nächsten Test.
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