Boni-Wahnsinn an der Wall Street: So viel kassieren Banker im Schnitt
Nicolas Ebert
Nicolas Ebert
Nicolas Ebert steht für kompakte Nachrichten mit einem sicheren Gespür für relevante Marktthemen. Nach über 6 Jahren für wallstreetONLINE und ariva.de im Einsatz fühlt sich der Berliner in der Finanzwelt wie zu Hause. Seine Inhalte reichen querbeet von Value-Titeln und den Märkten in Asien über die US Big-Techs bis hin zu aktuellen Top-Performern auf dem globalen Börsenparkett. So entstehen informative News, die Anlegern echten Halt geben.
Fusionen, Börsengänge und volatile Märkte spülen der Wall Street Rekordgewinne in die Kassen. Die Boni dürften steigen. Doch welche Bankaktie hat jetzt noch Luft nach oben? Nächste Woche schlägt die Stunde der Wahrheit.
Für dich zusammengefasst:
Die Wertpapierbranche steuert 2026 auf 90 Mrd. US-Dollar Gewinne zu.
Im ersten Halbjahr wurden 45,9 Mrd. US-Dollar erzielt.
Die Branche liefert ein Fünftel der Steuereinnahmen des Bundesstaats.
Die Wall Street verdient so viel Geld wie nie. Laut Thomas DiNapoli, Rechnungsprüfer des Bundesstaats New York, steuert die Wertpapierbranche 2026 auf Gewinne von mehr als 90 Milliarden US-Dollar zu. Allein im ersten Halbjahr kamen 45,9 Milliarden US-Dollar zusammen, gut 51 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
Auch der Bonuspool dürfte deshalb wachsen, schätzt DiNapoli laut Wall Street Journal. Die Stadt New York hatte noch ein Minus von 20 Prozent einkalkuliert.
Die Großbanken kassieren an zwei Fronten. Fusionen, Börsengänge, künstliche Intelligenz und schwankende Märkte füllen die Auftragsbücher der Investmentbanken.
Zugleich geben Verbraucherinnen und Verbraucher weiter kräftig Geld aus. Schon im Jahr 2025 flossen im Schnitt 246.900 US-Dollar Bonus pro Kopf, insgesamt 49,2 Milliarden US-Dollar.
Geopolitische Konflikte und ein nervöser Anleihemarkt trüben allerdings das Bild. Im September hob die US-amerikanische Notenbank Fed zudem erstmals seit Jahren die Zinsen an.
Bankaktien vor dem Zahlentest
Ob der Schwung trägt, zeigt die kommende Woche. Am Dienstag, 13. Oktober, eröffnen JPMorgan und Goldman Sachs die Berichtssaison der Großbanken. Morgan Stanley folgt tags darauf. Für JPMorgan erwartet der Analystenkonsens gut 5,80 US-Dollar Gewinn je Aktie nach 5,07 US-Dollar im Vorjahr.
An der Börse hat Morgan Stanley mit 21 Prozent Plus seit Jahresbeginn die Nase vorn, JPMorgan und Goldman Sachs kommen kaum vom Fleck. Laut MarketScreener liegt sein Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2026 deshalb bei 16,5, bei den Rivalen bei rund 13. JPMorgan bringt mit 884 Milliarden US-Dollar mehr Börsenwert auf die Waage als beide zusammen. Das größte Potenzial sehen Analystinnen und Analysten bei Goldman Sachs. Ihr mittleres Kursziel von 1.079,50 US-Dollar liegt mehr als ein Fünftel über dem aktuellen Kurs.
New York verteidigt seine Krone
Die Branche liefert rund ein Fünftel der Steuereinnahmen des Bundesstaats. "Starke Gewinne dürften den Einnahmen von Staat und Stadt weiterhin einen wichtigen Schub geben", sagte DiNapoli.
Mit Blick auf die Reformpläne von Bürgermeister Zohran Mamdani warnen Stimmen aus der Finanzbranche, hohe Steuern könnten Jobs vertreiben. DiNapoli hält dagegen: Im Jahr 2025 wuchs die Zahl der Stellen in der Stadt um 3,5 Prozent auf 207.400. Herausforderer Texas wirbt mit einer eigenen Börse um Konzerne, schuf seit 2019 aber nur 18.800 Branchenjobs. New York kam auf 24.300.
Fazit
Die Rekordgewinne zeigen, wie kräftig das Kapitalmarktgeschäft brummt. Die Quartalszahlen müssen das nun bestätigen. Goldman Sachs lockt mit dem größten Kurspotenzial. Bei Morgan Stanley steckt schon viel Optimismus im Kurs. Steigende Zinsen und geopolitische Krisen bleiben die Spielverderber.
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