Der Autor auf Seeking Alpha beschreibt, dass er sein persönliches Portfolio systematisch zu einem Einkommensdepot für den Ruhestand umbaut. Im Zentrum steht ein Kernbestand aus BDCs, Preferred Shares und Dividenden-ETFs, der durch sogenannte „Turbo“-Positionen mit besonders hohen Renditen ergänzt wird. Ziel ist ein stetiger Cashflow, der sich im Ruhestand schrittweise steigern lässt.
BDCs spielen dabei eine Schlüsselrolle. Sie investieren in kleine und mittlere Unternehmen, häufig in Form erstrangig besicherter Kredite, und generieren daraus hohe Zinseinkünfte, die als Dividenden an die Anleger ausgeschüttet werden. Der Autor betrachtet BDCs als „core holding“ in seiner Ruhestandsstrategie, weil sie typischerweise hohe laufende Erträge liefern und in vielen Fällen monatlich oder quartalsweise ausschütten.
Er verweist darauf, dass BDCs seit Jahren in seinem Portfolio eine tragende Säule darstellen und dass er den BDC-Anteil weiter ausbaut. Dabei setzt er auf Unternehmen mit strenger Underwriting-Disziplin, diversifizierten Kreditportfolios und konservativen Bilanzstrukturen. Entscheidend sei, dass die BDCs in der Lage sind, in einem Umfeld höherer Zinsen stabile oder steigende Nettozinserträge zu erwirtschaften.
Ein weiterer Eckpfeiler der Strategie sind Preferred Shares. Diese werden als Instrument genutzt, um einen kalkulierbaren, meist fixen Coupon zu vereinnahmen und gleichzeitig eine gewisse Pufferwirkung in volatilen Märkten zu erzielen. Preferreds rangieren im Kapitalstapel über den Stammaktien, aber unterhalb der Anleihen, und bieten damit ein Rendite-Risiko-Profil, das zwischen Fremd- und Eigenkapital liegt.
Der Autor baut eine diversifizierte Auswahl von Preferreds auf, um Emittenten- und Sektorrisiken zu streuen. Er achtet nach eigener Darstellung auf Emittenten mit soliden Bilanzen, ausreichender Zinsdeckung und klaren Covenants. Auch Call-Risiken werden einbezogen: Preferreds, die nahe am Rücknahmepreis notieren und kurz vor einem möglichen Call stehen, werden vorsichtig betrachtet, um Reinvesitionsrisiken zu begrenzen.
Flankierend setzt die Strategie auf Dividenden-ETFs. Diese sollen zusätzliche Diversifikation bringen, indem sie sektorübergreifend auf etablierte Dividendenzahler verteilen. Der Fokus liegt auf ETFs, die eine konsistente Ausschüttungshistorie vorweisen und ein Portfolio aus Qualitätsunternehmen mit soliden Cashflows halten.
Dividenden-ETFs fungieren in diesem Konstrukt als Basisbaustein, der auch in schwierigen Marktphasen eine gewisse Stabilität liefern soll. Während BDCs und Preferreds für die hohe laufende Rendite sorgen, dienen Dividenden-ETFs als breiter Puffer gegen idiosynkratische Risiken einzelner Emittenten oder Branchen.
Um die Gesamtrendite zu steigern, integriert der Ansatz sogenannte „Turbo“-Positionen. Dabei handelt es sich um Anlagen mit besonders hoher Ausschüttungsrendite, die jedoch zumeist auch ein erhöhtes Risiko aufweisen. Diese Positionen sollen die Cashflows des Portfolios signifikant anheben, bleiben aber im Gesamtportfolio begrenzt, um das Risikoprofil nicht zu stark zu verzerren.
Der Autor beschreibt, dass er diese Taktik bewusst einsetzt, während er sich seinem Ruhestand nähert. Die Idee besteht darin, das Einkommensniveau schneller an die angestrebte Zielgröße heranzuführen, ohne die Stabilität der Kernpositionen zu gefährden. Die „Turbo“-Komponente bleibt dabei ein Zusatz, kein Ersatz für die konservativeren Basiswerte.
Die Steuerung des Cashflows erfolgt aktiv. Dividenden und Ausschüttungen werden gezielt reinvestiert, solange der Ruhestand noch nicht erreicht ist, um den Zinseszinseffekt zu nutzen. Je näher der Ruhestand rückt, desto stärker verschiebt sich der Fokus vom Reinvestment hin zur Entnahme der Erträge zur Deckung laufender Ausgaben.
Wiederkehrende Cashflows stehen klar im Vordergrund. Kursgewinne werden als erfreulicher, aber nicht zwingend notwendiger Nebeneffekt betrachtet. Aus Sicht des Autors ist es wichtiger, dass die Ausschüttungen nachhaltig erwirtschaftet werden und sich aus stabilen, möglichst wenig zyklischen Cashflows speisen.
Risikomanagement ist ein wiederkehrendes Thema. Die Streuung über verschiedene Assetklassen – BDCs, Preferreds und Dividenden-ETFs – soll nicht nur die Ertragsbasis verbreitern, sondern auch das Risiko einzelner Ausfälle oder Dividendenkürzungen abfedern. Zudem wird betont, dass die Auswahl einzelner Titel sorgfältig erfolgen muss, insbesondere bei BDCs und Preferreds.
Der Autor macht deutlich, dass dieser Ansatz nicht auf kurzfristige Kursgewinne abzielt, sondern auf einen langfristigen, einkommensorientierten Vermögensaufbau. Schwankungen am Aktien- und Kreditmarkt werden akzeptiert, solange die darunterliegenden Cashflows und Ausschüttungen weitgehend stabil bleiben. Der zeitliche Horizont erstreckt sich klar über mehrere Jahre bis in den Ruhestand hinein.
In der praktischen Umsetzung bedeutet dies, dass Positionen laufend überwacht und bei Bedarf angepasst werden. Fallen beispielsweise die Fundamentaldaten eines Emittenten oder ändern sich die Rahmenbedingungen eines Sektors, kann es zu Umschichtungen kommen – stets mit dem Ziel, das Einkommensniveau zu sichern oder zu erhöhen.
Fazit aus konservativer Anlegerperspektive: Die auf Seeking Alpha vorgestellte Strategie bietet einen strukturierten Ansatz, um mit BDCs, Preferred Shares und Dividenden-ETFs einen hohen laufenden Cashflow – teils bis zu rund 13 Prozent – zu generieren. Konservative Investoren sollten diese Nachricht jedoch mit Risikobewusstsein einordnen: Ein schrittweiser, gut diversifizierter Einstieg, eine Begrenzung der besonders renditestarken „Turbo“-Positionen und eine konsequente Qualitätsauswahl bei BDCs und Preferreds sind entscheidend, wenn man das Modell adaptieren oder ins eigene Depot integrieren möchte.