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AWSX der Telegram-Trader.de: VW: Fundamentale Hoffnung, charttechnische Warnsignale

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Bei Volkswagen ist gerade ordentlich Bewegung drin. Wenn man sich die Nachrichten der vergangenen Woche anschaut, entsteht ein durchaus interessantes Bild: Der Konzern steckt weiterhin in einer schwierigen Phase.

 

Der Konzern steckt weiterhin in einer schwierigen Phase, gleichzeitig wird aber an mehreren wichtigen Stellschrauben gedreht.

Los ging es mit der erweiterten Zusammenarbeit zwischen Volkswagen, der Konzerntochter PowerCo und dem chinesischen Batteriehersteller Gotion. Geplant sind drei Gemeinschaftsunternehmen in Valencia, der Slowakei und Marokko.

Im Mittelpunkt stehen LFP-Batterien. Sie gelten als kostengünstiger und langlebig und spielen vor allem bei günstigeren Elektrofahrzeugen eine wichtige Rolle. Valencia soll dabei zu einem europäischen Produktionszentrum für LFP-Batterien ausgebaut werden. Gotion will rund 1,1 Milliarden Euro investieren und 49 Prozent an dem Standort übernehmen. Im Gegenzug will PowerCo bis 2030 rund 470 Millionen Euro in zwei Gotion-Standorte in der Slowakei und in Marokko investieren und dort ebenfalls jeweils 49 Prozent halten.

Dazu kommt eine Veränderung bei der Beteiligung an Gotion: Volkswagen verkauft 5,3 Prozent seiner Anteile. VW bleibt aber weiterhin strategischer Investor und hält nach Abschluss der Transaktion einen bedeutenden Anteil. Für mich sieht das deshalb weniger nach einem Rückzug aus, sondern eher nach einer Neuordnung der Beteiligungen und einer engeren Zusammenarbeit bei der Batterieproduktion.

Und genau darum geht es beim aktuellen VW-Umbau: Kosten runter, Strukturen anpassen und gleichzeitig bei den Zukunftstechnologien nicht den Anschluss verlieren.

Auf der Kostenseite wird der Ton allerdings rauer.

Am Mittwoch hat Volkswagen mit der IG Metall die ersten sogenannten Revisionsgespräche aufgenommen. Gleichzeitig kündigte der Konzern verschiedene Tarifverträge zum 31. Dezember 2026. Als Gründe nennt VW den enormen Kostendruck und den zunehmenden Wettbewerb, insbesondere durch chinesische Hersteller mit ihren günstigen Elektroautos.

Die Beschäftigungssicherung im Zukunftstarifvertrag bleibt dabei bestehen. Volkswagen will allerdings weitere Möglichkeiten für einen sozialverträglichen Personalabbau nutzen und bereits vereinbarte Maßnahmen schneller umsetzen.

Für Anleger ist das natürlich keine Nachricht zum Jubeln. Sie zeigt aber ziemlich klar, wie ernst der Kostendruck inzwischen ist. Der Umbau bei VW ist längst kein kleines Sparprogramm mehr.

Gleichzeitig könnte genau dieser Druck irgendwann zum Vorteil werden. Volkswagen geht inzwischen an die Kostenstruktur, die Werke, Beteiligungen und die Produktstrategie. Das tut weh, könnte aber genau der Schritt sein, den der Konzern braucht, um wieder konkurrenzfähiger zu werden.

Wie groß der Handlungsdruck ist, zeigte bereits die Gewinnwarnung von Mitte September. Volkswagen hat seine Prognose für 2026 kräftig zusammengestrichen. Die operative Umsatzrendite soll nur noch bis zu 1 Prozent erreichen, nachdem zuvor 4 bis 5,5 Prozent erwartet worden waren. Zusätzlich belasten hohe Sondereffekte das Ergebnis, darunter vor allem eine milliardenschwere Wertberichtigung im Zusammenhang mit Porsche.

Und dann ist da natürlich noch China.

Volkswagen kämpft dort nicht nur mit einer schwächeren Nachfrage. Viel entscheidender ist der strukturelle Wandel des Marktes. Chinesische Hersteller sind bei Elektroautos schnell, preisaggressiv und technologisch teilweise sehr weit.

Genau deshalb finde ich die neue Batteriepartnerschaft mit Gotion durchaus spannend. VW versucht damit, bei einem zentralen Kostenfaktor des Elektroautos näher an die chinesische Kostenstruktur heranzukommen.

Am Donnerstag stellte Volkswagen dann unter dem Motto „For Europe“ seine europäische Strategie in den Mittelpunkt. Der Konzern spricht von einem der größten Transformationsprogramme seiner Geschichte. Elektromobilität, Batterien, Software und künstliche Intelligenz sollen dabei ebenso eine Rolle spielen wie wettbewerbsfähige Produktionsstrukturen in Europa.

Passend dazu steht die Paris Motor Show vor der Tür. Ab dem 12. Oktober wollen Volkswagen, Audi, Škoda und CUPRA dort neue Modelle und Technologien präsentieren.

VW versucht also gerade den Spagat: Auf der einen Seite müssen die Kosten massiv runter, auf der anderen Seite darf beim Produkt und bei den Zukunftstechnologien nicht gespart werden.

Und dann wären da noch die Analysten.

Die Deutsche Bank bleibt trotz der schwierigen Lage bei ihrer Kaufempfehlung für die VW-Vorzugsaktie. Das Kursziel wurde allerdings von 115 auf 105 Euro reduziert. Analyst Tim Rokossa sieht insbesondere China weiterhin als strukturelle Herausforderung.

Das zeigt ganz gut, wie die aktuelle Situation einzuordnen ist: Die Probleme werden keineswegs ausgeblendet. Trotzdem hält die Deutsche Bank die Aktie auf dem aktuellen Niveau für interessant.

Genau hier wird es für mich spannend.

Volkswagen ist momentan sicherlich kein Unternehmen, bei dem man sagen könnte: Alles läuft rund. Die Margen sind schwach, China bleibt schwierig, die Konkurrenz aus China nimmt zu und die Kostenstruktur muss kräftig verändert werden.

Aber genau diese Probleme kennt der Markt inzwischen.

Die Gewinnwarnung ist raus, der Kostendruck ist bekannt und der Umbau läuft. Gleichzeitig stellt VW die Batterieproduktion neu auf, ordnet Beteiligungen und arbeitet am Produktportfolio für die nächste Phase der Elektromobilität.

Die entscheidende Frage ist deshalb für mich nicht mehr nur, wie schlecht es Volkswagen momentan geht.

Viel spannender ist doch: Wie viel davon steckt bereits im Aktienkurs – und was passiert, wenn der Umbau tatsächlich erste Früchte trägt?

Für mich entwickelt sich VW damit immer mehr zu einer klassischen Turnaround-Story. Das ist längst keine sichere Sache und schon gar kein Selbstläufer. Aber genau deshalb lohnt sich inzwischen wieder ein genauerer Blick auf die Aktie.

Und damit kommen wir zum nächsten Punkt: dem Chart der VW-Vorzüge. Denn wenn sich die fundamentale Geschichte tatsächlich dreht, muss der Aktienkurs irgendwann nachziehen.

Die technische Lage

Beim Blick auf die VW-Vorzüge gibt es von der technischen Seite her eindeutige Warnsignale. Die VW-Aktie verlor in der vergangenen Woche die Unterstützung im Bereich von 70 Euro und schloss bei 67,50 Euro. Damit ist eine weitere Unterstützungszone gebrochen. Die Konsolidierung war nur kurz, eine kurze Gegenbewegung und jetzt ein neues Tief. Sollte in der nächsten Woche nicht der sofortige Rebound über die 70-Euro-Marke gelingen, dürften in der Folge die Kurse weiter nachgeben bis in den Bereich um 63 Euro und darunter in den Bereich 56 Euro. Technisch sieht es aktuell nicht gut aus für die VW-Aktie, deswegen Finger weg aktuell, bis die technische Lage sich aufhellt.

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