- Schneider Electric übernimmt PTC für 22,6 Milliarden US-Dollar.
- Pro Aktie zahlen die Franzosen 205 US-Dollar.
- Die PTC-Aktie stieg vorbörslich um rund 34 Prozent.
- Energiekrise als Kurstreiber:
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Nicolas Ebert Schneider Electric setzt auf Software. Der französische Elektrotechnikkonzern übernimmt den US-amerikanischen Softwareanbieter PTC für 22,6 Milliarden US-Dollar in bar. Das gab Schneider am Montag bekannt. Pro Aktie zahlen die Franzosen 205 US-Dollar und damit 42,3 Prozent mehr als zum letzten Schlusskurs von PTC. Inklusive Schulden bewertet der Deal das Unternehmen aus Boston mit 23,7 Milliarden US-Dollar. Laut Daten von LSEG ist es der größte Zukauf in der Geschichte des Konzerns.
Anleger strafen den Preis ab
An der Börse sorgt der Deal für Ernüchterung. Die Schneider-Aktie rutschte in Paris um mehr als acht Prozent ab. Anleger fürchten, dass der Konzern zu viel für ein Softwarehaus zahlt, dessen Bewertung unter dem Druck der künstlichen Intelligenz leidet. Die Analysten von JPMorgan bleiben gelassen. Große Übernahmen nähmen europäische Anleger zunächst meist skeptisch auf. Schneiders Zukäufe hätten sich in der Vergangenheit aber meist als strategisch klug erwiesen.
PTC: Gewinner mit Wartezeit
Für Aktionärinnen und Aktionäre von PTC ist der Deal ein Geldsegen. Vorbörslich sprang die Aktie um rund 34 Prozent auf etwa 193 US-Dollar. Damit notiert sie noch unter dem Angebotspreis von 205 US-Dollar. Der Abschlag hat einen Grund: Bis zum geplanten Abschluss im dritten Quartal 2027 vergeht fast ein Jahr. Solange der Deal nicht vollzogen ist, bleibt ein Restrisiko.
Vom Sicherungsschalter zum Softwarehaus
Schneider-Chef Olivier Blum will mit PTC ein Kraftzentrum für Software und künstliche Intelligenz schaffen, das die physische mit der digitalen Welt verbindet. Bis zum dritten Jahr nach Abschluss erwartet der Konzern jährliche Einsparungen von 250 Millionen Euro.
Hinzu kommen Umsatzsynergien von rund 800 Millionen Euro. Software und Dienstleistungen sollen dann fast ein Viertel des Umsatzes ausmachen. Finanzieren will Schneider den Deal mit neuen Aktien und frischen Schulden.
Einst bekannt für Sicherungen und Leistungsschalter, liefert Schneider heute das Rückgrat von Rechenzentren. Die 24 von MarketScreener erfassten Analystinnen und Analysten raten im Schnitt zum Kauf. Ihr mittleres Kursziel von 325,97 Euro liegt nach dem Kursrutsch gut 20 Prozent über dem aktuellen Niveau.
Fazit
Die Strategie ist schlüssig, der Preis sportlich. Neue Aktien verwässern den Anteil der Altaktionäre. Kurzfristig dürfte die Schneider-Electric-Aktie deshalb unter Druck bleiben. Wer an das Geschäft mit Rechenzentren und Industriesoftware glaubt, kann den Rücksetzer für einen gestaffelten Einstieg nutzen. Bei PTC ist die Luft nach oben dagegen begrenzt. Mehr als 205 US-Dollar gibt es nur, falls ein zweiter Bieter auftaucht.
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