
Broadcom-Aktie: Spürbare Erleichterung nach den Zahlen
Die Anspannung vor den Zahlen von Broadcom war hoch, nachdem in der Vorwoche die Kursreaktion bei KI-Überflieger Nvidia ernüchternd ausgefallen war. Daher ist am Donnerstag Erleichterung zu spüren, da das am Mittwochabend vorgelegte Zahlenwerk von Anlegerinnen und Anlegern honoriert wird.
Broadcom konnte seine Erlöse im abgelaufenen Quartal um 29,4 Prozent auf 19,3 Milliarden US-Dollar steigern, womit die Erwartungen um 170 Millionen US-Dollar übertroffen wurden. Wachstumstreiber waren mit einem Plus von 52,4 Prozent auf 12,5 Milliarden US-Dollar die Halbleitererlöse, während das Geschäft mit Infrastruktur-Software (+1,4 Prozent) stagnierte. Dennoch betonte CEO Hock Tan während der Bilanzpressekonferenz, dass die Erlöse der Virtualisierungsmaschine VMware nicht durch KI bedroht seien, und versuchte damit Sorgen vor einer Disruption zu zerstreuen.

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Steigender Kurs
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Call
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5
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Fallender Kurs
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Put
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Auch auf der Ertragsseite präsentierte sich Broadcom in guter Verfassung. Der bereinigte Gewinn pro Aktie landete mit 2,05 US-Dollar um 3 Cent über den Schätzungen. Gegenüber dem Vorjahreswert von 1,60 US-Dollar gelang hier eine Steigerung um 28,1 Prozent.
Insgesamt erzielte das Unternehmen einen auf die Anteilseignerinnen und -eigner entfallenden Nettogewinn in Höhe von 7,35 Milliarden US-Dollar nach 8,52 Milliarden US-Dollar im Vergleichszeitraum (-13,7 Prozent). Der vermeintliche Ergebnisrückgang ist auf steuerliche Einmaleffekte zurückzuführen. Mit Blick auf den operativen Ertrag konnte sich Broadcom von 7,51 auf 8,56 Milliarden US-Dollar (+14,0 Prozent) steigern.
Bis 2027 sollen KI-Umsätze 100 Milliarden US-Dollar bringen
Für das kommende Quartal stellte Broadcom Erlöse in Höhe von 22,0 Milliarden US-Dollar (+47,0 Prozent) in Aussicht. Das lag deutlich über dem Schätzwert der Analystinnen und Analysten von 20,4 Milliarden US-Dollar. Die bereinigte EBITDA-Marge soll sich auf 68 Prozent belaufen und damit unverändert hoch bleiben.
Wachstumstreiber soll das Geschäft mit Halbleitern für KI-Anwendungen bleiben, für die der Konzern einen Anstieg um 140 Prozent auf 10,7 Milliarden US-Dollar prognostiziert. Bis 2027 sollen sich die KI-Halbleitererlöse auf nicht weniger als 100 Milliarden US-Dollar belaufen. Das deutet auf eine stärkere Position im Markt hin.
Angesichts der starken Finanzlage und den hohen Nettozuflüssen, der freie Cashflow lag im zurückliegenden Quartal bei 8,01 Milliarden US-Dollar, sollen Anlegerinnen und Anleger in Form von Aktienrückkäufen am Unternehmenserfolg beteiligt werden. Der Verwaltungsrat stimmte einem neuen Buyback-Programm im Wert von 10 Milliarden US-Dollar zu.

Aktie legt mehr als 5 Prozent zu, die Lage bleibt aber schwierig
Ungeachtet der starken Zahlenvorlage brauchten Investoren in der US-Nachbörse einige Zeit, um mit der Aktie warm zu werden. Die zeigte zunächst kaum eine Reaktion. Erst nach der Ankündigung höherer Erlöse aus dem Geschäft mit KI-Halbleitern während des Conference Calls kam es zu Kursgewinnen, die sich bis zum Ende des erweiterten Handels auf 5,3 Prozent beliefen. Im regulären Handel hatte Broadcom im Rahmen einer Gesamtmarkterholung Gewinne von 1,2 Prozent verzeichnen können.
Die charttechnische Ausgangslage der Aktie ist gegenwärtig schwierig, sie steckt zwischen 300 und 350 US-Dollar fest, während ihr Handlungsspielraum durch die gleitenden Durchschnitte noch verkleinert wird.
Am Donnerstag dürfte zwar die 50-Tage-Linie attackiert werden, bereits bei 350 US-Dollar könnte eine Erholung angesichts der schwachen technischen Indikatoren aber wieder zum Erliegen kommen. Bereits bei 320 US-Dollar liegt die 200-Tage-Linie, deren Unterschreiten als Verkaufssignal gilt. Das gilt bei Broadcom umso mehr, sollte infolge von Gewinnmitnahmen ähnlich wie bei Nvidia in der vergangenen Woche die Unterstützung um 300 US-Dollar unter Druck geraten.
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Fazit: Broadcom ist trotz allem vorerst kein Kauf
Auch mit Blick auf die Bewertung handelt Broadcom in einer Zwischensituation. Einerseits ist das Gewinnwachstum angesichts eines PEG von 0,95 günstig. Andererseits ist ein KGVe 2026 von 30,4 für einen (zyklischen) Halbleiterwert nahe des Margen-Peaks enorm hoch. Ungeachtet des starken mittelfristigen Ausblicks sollten für einen Einstieg daher für eine höhere Sicherheitsmarge deutlich tiefere Kursniveaus abgewartet werden.
Technisch orientierte Anlegerinnen und Anleger könnten dagegen prozyklisch einen nachhaltigen Ausbruch über 350 US-Dollar kaufen. Hierfür dürfte die Aktie aber auf ein verbessertes Gesamtmarktumfeld angewiesen sein.
Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross