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Ökostrom: Abkehr vom Gießkannensystem
15.04.2013 | 20:00 | Von Matthias Auer (Die Presse)
Die E-Control fordert ein Ende der fixen Einspeisetarife für Wind-und Solarkraftwerke.
Wien. Quer durch Europa stehen Regierungen vor demselben Problem: Der Umbau des Energiesystems von fossilen auf erneuerbare Quellen ist in vollem Gange – und er ist komplizierter und teurer als gedacht. Die EU macht Druck, die nationalen Förderungen effizienter zu gestalten und zu vereinheitlichen. Länder wie Tschechien und Spanien haben die Notbremse gezogen, Subventionen gekürzt bzw. Zusatzsteuern für Ökostromproduzenten eingeführt. „So weit soll es in Österreich nicht kommen“, sagt E-Control-Vorstand Martin Graf. Laufende Verträge müssten eingehalten werden. Wahr sei aber auch, dass dies nicht ewig wie bisher weiterlaufen könne.
Im Vorjahr haben Österreichs Stromkunden den Wind-, Solar-, Wasser- und Biomasse-Betreibern 363 Mio. Euro an reiner Förderung zukommen lassen (inklusive dem Strompreis verdienten sie 657 Mio. Euro). „Wir kommen da mit der Gießkanne, das schafft Probleme“, warnt Graf. „Wir müssen treffsicherer werden.“