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15.02.2013
Windkraftingenieure arbeiten an den Kosten
Windenergie: Die Europäische Windenergiekonferenz EWEA ist traditionell die erste Standortbestimmung der Branche im Jahr. Diesmal zu Gast in Wien, wurde deutlich, dass die Branche zunehmend gereift ist. In der Anlagenentwicklung standen die Effizienz von Maschinen und Fertigung im Vordergrund. Im Fokus stehen wieder mehr die Onshore-Anlagen.
VDI nachrichten, Wien, 15. 2. 13, swe
Jürgen Zeschky wirkte aufgeräumt: „Ich hätte nichts dagegen, wenn wir erneut zum Trendsetter werden.“ Der Chef des Windturbinenherstellers Nordex SE aus Hamburg hat allen Grund zur Zufriedenheit. Vor gut zwei Jahren preschte die norddeutsche Windschmiede mit einer neu entwickelten Schwachwindturbine auf den Markt, der N117/2400. Der noch junge Windpropeller hat sich mittlerweile zum Benchmark in dieser Windklasse entwickelt, was Nor-
dex eine Reihe neuer Kunden verschafft hat.
Zeschky nutzte die Europäische Windenergiekonferenz EWEA, die in der ersten Februarwoche in Wien stattfand, um gleich zwei Neuheiten anzukündigen – und zwar für die höheren Windklassen. Dabei ist die N117/3000 mit einer Generatorleistung von 3 MW für Standorte mit mittleren Windgeschwindigkeiten gedacht. Für die Regionen, in denen der Wind richtig kräftig bläst, haben die Norddeutschen die N100/3300 mit 3,3 MW Leistung entwickelt.
Die beiden neuen Turbinen mit größerer Nennleistung und erweiterter Rotorfläche bietet Nordex zudem auf höheren Türmen an. „Damit können beide Maschinen über 30 % mehr Strom erzeugen als ihre Vorgängermodelle“, betonte Jörg Scholle, der bei Nordex die Entwicklungsabteilung leitet.
Das sei vor allem in den beiden Windklassen IEC II und IEC I (s. Kasten) mit den höheren Windgeschwindigkeiten evident: „Genau in diesen Klassen verdienen die Windmüller wirklich gutes Geld, weshalb es einfach Sinn macht, effizientere Windturbinen zu entwickeln“, sagte Scholle. Dass der Diplomingenieur die Weiterentwicklungen auch genutzt hat, um eine Reihe von Kleinigkeiten, wie den Zugang für Servicekräfte in die Gondel, zu verbessern, versteht sich fast von selbst.