www1.wdr.de/daserste/monitor/sendungen/...rgiekonzerne100.html
...stellt sich die Frage, wo Milliarden an Steuergeldern eigentlich verschwinden. Die Geschichte der Atomenergie in Deutschland könnte man mit einem Satz auch so zusammenfassen: Die Atomkonzerne machen die Gewinne, die Kosten trägt zum großen Teil die Allgemeinheit. Der Bau der Atomkraftwerke - subventioniert vom Steuerzahler. Die Atommülllager - im Wesentlichen bezahlt mit Steuergeldern. Und jetzt beim Atomausstieg? Wer zahlt jetzt eigentlich die Milliarden für Rückbau und Endlagerung?
Auf den ersten Blick ist es eine beeindruckende Zahl: rund 38 Milliarden Euro haben die deutschen Atomkonzerne RWE, E.ON, EnBW und Vattenfall für Rückbau und Entsorgung ihrer Atomkraftwerke zurückgestellt. Schwierig wird es nur, wenn man danach fragt, wo das viele Geld eigentlich liegt, das die Konzerne zurücklegen mussten. Die erstaunliche Antwort: die Milliarden existieren erstmal nur auf dem Papier......
Aber wo genau sind die Gelder investiert? Die Bundesregierung weiß es jedenfalls nicht. Hier soll ein großer Teil der Atomrückstellungen von Vattenfall liegen: In der Braunkohleindustrie in Ostdeutschland. Solche Investitionen können riskant sein, warnen Experten....
Und auf die Gesellschaft könnten noch ganz andere Risiken zukommen. 2012 hat sich der Atomkonzern Vattenfall umstrukturiert. Seitdem haftet der schwedische Mutterkonzern nicht mehr für Atomlasten in Deutschland. Das scheint auch E.ON gefallen zu haben. Das Unternehmen kündigte eine „neue Konzernstrategie“ an und will sein Atom- und Kohlegeschäft nun vom zukunftsträchtigen Geschäft mit den erneuerbaren Energien abspalten. Für den Steuerzahler könnte das enorme Risiken bedeuten, das hat der Bundeswirtschaftsminister jetzt schwarz auf weiß. In einem Gutachten, das er selbst in Auftrag gegeben hat, heißt es: Auch durch Konzernabspaltungen existiere das Risiko…...
Das heißt: Sollte zum Beispiel E.ONs neue Kohle- und Atomgesellschaft später zahlungsunfähig werden, müsste wohl der Steuerzahler ran. E.ON teilt dazu mit, dass man über Insolvenzen nicht spekuliere und dass die Rückstellungen sicher seien.
Sylvia Kotting-Uhl (Bündnis 90/Die Grünen), atompolitische Sprecherin: „Diese Umstrukturierungs- und Aufspaltungspläne, die jetzt bei Vattenfall schon vollzogen sind, die E.ON jetzt vorhat, die andere, die beiden anderen Konzerne, sich vielleicht auch überlegen werden, die sind ein immenses Risiko, was die Rückstellungen betrifft. Das heißt, die Rückstellungen sind dann nicht mehr über Jahrzehnte hin gesichert und das Geld, was dann gebraucht wird für die Endlagerung, wird letztendlich der Steuerzahler zahlen müssen.“