www.sueddeutsche.de/muenchen/dachau/...en-windraeder-1.1247860
01.01.2012, 11:43
Odelzhausen Bald drehen sich die ersten Windräder
Von Helmut Zeller
Die Gemeinde Odelzhausen ist aus der gemeinsamen Landkreisplanung ausgestiegen. Sie startet im Alleingang das Verfahren zur Ausweisung von Standorten für vier bis sechs Anlagen.
Alle reden vom Ausbau der Windkraft - aber Odelzhausen hat jetzt als erste Gemeinde im Landkreis Nägel mit Köpfen gemacht. Am 5. Januar beginnt das Verfahren zur Ausweisung eines Teilflächennutzungsplanes für Windkraftanlagen. Auf einer Fläche von 125 Hektar Größe im Norden des Gemeindegebiets sollen fünf bis sechs Windräder entstehen. Die Gemeindeverwaltung bestätigte entsprechende Informationen der Süddeutschen Zeitung. Das Projekt ist auch in Odelzhausen nicht unumstritten. In welchem Umfang dann Windkraftanlagen gebaut werden können, hängt vom Ausgang des Verfahrens und möglicher Einwendungen ab. Aber bereits heute spielt die 4 312 Einwohner starke Gemeinde eine Vorreiterrolle in der Energiepolitik: Mehr als die Hälfte des Strombedarfs der privaten Haushalte wird bereits aus regenerativen Energien gewonnen, die in Odelzhausen zum Beispiel auf einer riesigen Photovoltaik-Freiflächenanlage erzeugt werden.
Im November stieg Odelzhausen aus dem Pakt der Landkreiskommunen für eine gemeinsame Standortplanung aus. Auch Hebertshausen und Pfaffenhofen an der Glonn spielen nicht mit. Aber der Ausstieg der Odelzhausener, die über etliche geeignete Standortflächen verfügen, wurde als besonders ärgerlich angesehen. "Das tut weh", erklärte Landrat Hansjörg Christmann (CSU). Odelzhausens Dritter Bürgermeister Roderich Zauscher (BGO), Kreisvorsitzender des Bundes Naturschutz, lässt diese Kritik nicht gelten. Darüber, so Zauscher, könne er nur den Kopf schütteln. "Der Pakt hat noch gar nichts konkret auf den Weg gebracht. Noch nicht einmal die 900 Meter Abstandsfläche zur Wohnbebauung, von der immer die Rede ist, wurde schriftlich festgehalten." Gegen Bedenken des Bürgermeisters Konrad Brandmair (CSU) hat die Mehrheit im Gemeinderat den Alleingang beschlossen. Es geht um zwei Gebiete von 100 Hektar und von 25 Hektar Größe bei Hohenzell, im Norden der Gemeinde. Insgesamt vier bis sechs Windräder sollen entstehen. Das gesamte Gemeindegebiet umfasst eine Fläche von 3048 Hektar. Die Abstandsflächen zur Wohnbebauung würden jeweils mehr als 900 Meter betragen.