Zerfall von größtem Glasfasernetz hat begonnen


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sir charles:

Zerfall von größtem Glasfasernetz hat begonnen

 
04.07.02 12:21
KPNQwest: Zerfall von Europas größtem Glasfasernetz hat begonnen
Internet-Backbone "Ebone" wird abgeschaltet - Internet-Traffic in ganz Europa beeinträchtigt


 
  Bis zu Letzt versuchten Mitarbeiter, Investoren und Konkursverwaltern von KPNQwest zu retten was zu retten ist, doch brachten die Bemühungen kein positives Ergebnis: das Internet-Backbone "Ebone" muss abgeschaltet werden. Seit Mittwoch erfolgt eine schrittweise Stilllegung des rund 10.000 Kilometer langen Netzes. Laut Angaben von "Ebone"-Mitarbeitern beeinflusst diese Entscheidung nicht nur das KPNQwest-Netz sondern hat Auswirkungen auf ganz Europa. An Spitzentagen sollen rund 50 Prozent des europäischen Internet-Traffics über die Ebone-Backbones gelaufen sein.
Schrittweise Einstellung

Laut unternehmensinternen Angaben wird das Netz schrittweise - ein Land nach dem nächsten - stillgelegt. Schon am Dienstag wurde das belgische Netzwerk stillgelegt, nachdem ein entsprechendes Übernahmeangebot für diesen Teil von "Ebone" von den Banken abgelehnt wurde. Der Internet-Backbone "Ebone" ist ebenfalls nur ein Teil des 25.000 langen Netzwerks von KPNQwest, das alle wichtigen westeuropäischen Städte miteinander verbindet.

Keine Übernahmeangebote und auch kein Investor

Die letzten Hoffnungen zur Rettung von "Ebone" steckten in einem Übernahmeangebot von AT&T, doch entschied sich der amerikanische Telekommunikationskonzern nicht in die Glasfasernetze des insolventen Internet-Carriers KPNQwest zu investieren. Auch andere Investoren konnten scheinbar nicht gefunden werden. Laut Angaben wurde das Offerte einer niederländischen Investorengruppe von den Gläubigerbanken wegen der zu geringen Barkomponente am angebotenen Kaufpreis von 200 Millionen Euro abgelehnt.

Auswirkungen ungewiss

Aus Bankkreisen wurde verlautbart, dass es zu kleineren Störungen und leichten Verzögerungen im europäischen Internet-Traffic kommen könnte, allerdings wären schon die meisten Kunden auf alternative Anbieter umgestiegen. Die tatsächlichen Auswirkungen durch die Netzabschaltung sind allerdings noch völlig ungewiss. Die großen europäischen Provider haben sich alternative Quellen gesichert und rechnen mit keinerlei Auswirkungen auf ihre Kunden.

Kleine Anbieter schauen durch die Finger

Laut BNP Internet-Analystin Alexandra Lord sind Probleme nicht gänzlich auszuschließen: "Wir glauben, dass viele kleinere ISPs die das KPNQwest-Netz nutzen, noch keine Verträge mit anderen Providern abschließen konnten. Dies könnte zu Problemen bei Dienstleistungen, Kundenabwanderung und sogar zu einer möglichen Schließung dieser Provider führen".

Der Rest bleibt vorerst in Betrieb

Der Rest des KPNQwest-Netzes - mit einigen Ringen in Deutschland, Holland, Belgien und der Verbindung Paris-London soll jedoch weiter in Betrieb bleiben. Ein Konsortium verschiedener Telekom-Firmen übernimmt die Wartung und die Kosten. (Reuters/red)

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