... die Verantwortlichen relativ wenig. Das ist ein Bashing, wie ich es in letzter Zeit nur bei den deutschen Banken und Adidas erlebt habe, das sich aktuell über Alibaba ergießt. Egal was passiert, es wird sofort in ein negatives Licht gesetzt und abgewertet. Gute Zahlen werden schlecht geredet, zuvor "interessante" Geschäftsfelder werden plötzlich als Gefahr für die weitere Entwicklung bezeichnet, längst bekannte Risiken werden immer und immer wieder durchgekaut und dann noch die von mir so sehr geliebten "haargegelten Lackaffen", die einem mit aufgesetzten Pokerface und $3000-Anzug erklären wollen, dass $7 Mrd. Cash (nach Steuern) keine $7 Mrd. wert sein sollen.
Umgekehrt findet das natürlich auch statt, nämlich wenn Verluste einem als Gewinne und sinkende Margen einem als wachsender Geschäftserfolg verkauft werden. Die Börse ist (kurzfristig betrachtet) ein reines Glücksspiel, das im Hintergrund von Akteuren dirigiert wird, deren Spiel unmöglich vorhergesagt werden kann. Trotzdem gibt es natürlich auch ein Stückweit Vernunft, weil bestimmte Dinge sich nun einmal nicht dauerhaft verheimlichen lassen. Die von Maxxim oder mir aufgeführten Punkte sind nun einmal nicht von der Hand zu weisen und lassen sich nicht dauerhaft unter den Tisch kehren. Irgendwann öffnet sich das Ventil dann schon und die (heiße oder kalte) Luft kann dann auch endlich raus, was dann eben auch extrem schnell geschehen kann. Bewegungen von 20% bis 30% innerhalb weniger Tage sind dann auch keine Seltenheit. Daher ist es auch sehr wichtig, sich ein eigenes Bild zu machen, die Zahlen selbständig zu analysieren, die Berichte und Analysen kritisch zu hinterfragen und nicht einfach jeden Müll den glauben, der einem erzählt wird. Gerade dann, wenn alle in die gleiche Pfeife blasen, sollte man besonders vorsichtig sein, denn wenn die objektiv betrachteten Zahlen etwas anderes sagen, wird das Spiel besonders intensiv gespielt. Die Medien sind nur das Orchester, dass dem Taktstock der einflussreichen Akteure folgt.
Deshalb muss man bei Optionsscheinen eben auch schauen, zum einen möglichst weit unten (oder oben) einzukaufen und sich zusätzlich auch ein wenig Zeit zuzukaufen (minestens 6-9 Monate). Bei Aktien hingegen sollte man einfach nur etwas Zeit mitbringen und abwarten, wenn man sich einen guten Wert ausgesucht hat, der gerade am Boden lag. Zum Tiefpunkt wird so gut wie niemand wirklich einsteigen können, denn dann wird auch die Furcht am größten sein. Dieser Moment ist den Dirigenten im Hintergrund vorbehalten, die genau wissen, wann sie den Wert loslassen. Das gilt dann natürlich auch für das Fallenlassen von maßlos überbewerteten Werten wie aktuell Twitter oder Amazon. Das könnte in diesem Jahr für beide Werte noch in einem Blutbad enden, wenn man nicht noch etwas in der Hinterhand bereithält, was den Aufschlag abmildern kann...
Meiner Meinung nach bleibt eigentlich nicht mehr allzu viel Zeit, bevor es auch zu einer größeren Korrektur kommen wird. Noch sind die Werte nicht zu teuer, aber es gibt eben auch Werte wie Yahoo!, Alibaba, Adidas, Deutsche Bank und einige andere, die ihr Potenzial noch (lange) nicht ausgeschöpft haben dürften. Ende April dürfte in Europa das Griechenland-Thema so langsam wieder hochkochen. Gleiches gilt auch für die "Zinsängste" (witziger Begriff bei 0,25%) in den USA. Bis dahin sollte es mit den Märkten eigentlich noch ein Stückweit nach oben gehen und da wären die etwas hinterherhinkenden Werte natürlich ein ordentlicher Antreiber. Hoffen wir das Beste für unsere Papiere und lasst Euch nicht ins Boxhorn jagen!
Schönes Wochenende!
