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... Investoren sich das noch länger anschauen werden. Marissa Mayer hat zwar für den 11.02. für eine Konferenz bei Goldman Sachs zugesagt, aber sie wird dann nicht mehr CEO bei Yahoo! sein. Es gibt keine Käufer mehr für Yahoo!, solange diese Frau dort noch auf dem Chefsessel sitzt, und diese Erkenntnis wird sie (und vermutlich auch einem potenziellen Übernahmekandidaten von Yahoo!) noch teuer zu stehen kommen. Bis nächste Woche ist sie weg, anschließend wird eine Heuschrecke den Chefsessel übernehmen und Jack Ma und Masa Son werden Blut und Wasser schwitzen müssen, um ihre Vorhaben bei Yahoo! noch umsetzen zu können, falls sie überhaupt welche hatten. Ich stelle mir hier (an Marissas Stelle) den Vertreter eines aktivistischen Investors vor, der da ordentlich die Vergangenheit untersucht, Manipulationen und Seilschaften aufdeckt und Ma und Son mit einer Klage nach der anderen nicht zur Ruhe kommen lässt, bis sie nicht mehr wissen, in welchem Gerichtssaal sie als nächstes anzutanzen haben. Vorher sollte er (die Heuschrecke) natürlich nicht vergessen haben zu erwähnen, wo genau der Zielkorridor (im Kurs bzw. der Bewertung) liegt und wie genau er Yahoo! filetieren und zu welchen Preisen er die Stücke anbieten möchte. Wenn der Markt der Meinung ist, dass das aktuelle Geschäftsmodell keinen Wert (und damit auch keine Zukunft) hat, dann sollte man liquidieren und das Tafelsilber verkaufen. Alles andere wäre schlichtweg eine komplett falsche unternehmerische Entscheidung, denn selbst ein Neuanfang wäre in dieser Situation erfolgversprechender als ein "weiter so"...
Es ist absolut richtig, dass man Yahoo! nicht mit den hochverschuldeten Unternehmen wie SoftBank oder Inkubatoren wie BB Biotech oder Rocket Internet vergleichen kann, weil letztere für ihre einzelnen Beteiligungen keine dedizierten Marktwerte dagegen stellen können. Damit ist ein entsprechender Discount selbstverständlich gerechtfertigt, aber bei Yahoo! gäbe es sicherlich ein paar Möglichkeiten, um die Schweißperlen auf die Stirne der Chefs seiner Beteiligungen zu treiben. Son und Ma haben Yahoo! in der Vergangenheit ein ums andere Mal über den Tisch gezogen und vielleicht wäre ein Jeffrey Smith an der Spitze von Yahoo! in der Lage, hier einiges an Schmerzensgeld für die geschundenen Seelen der Yahoo!-Aktionäre herauszuholen. Ich glaube nämlich, dass man auch in Japan so etwas wie Untreue (bezogen auf dem Chefposten von Yahoo! Japan) kennt und auch bei Alibaba würde mir das eine oder andere fiese Vorgehen einfallen, um Jack Ma davon zu überzeugen, seine Anteile zu einem guten Preis (plus einer kleinen Entschädigung für die Schäden der Vergangenheit) zu übernehmen. Zum Beispiel würde ich versuchen, den Vertrag rund um die Alipay-Vereinbarung für nichtig zu erklären und mir wieder 40% an dieser Sparte sichern. Damit könnte sie auch nicht an die chinesische Börse und Jack Ma und seine Konsorten hätten Milliardenverluste zu befürchten. Milliarden, von denen ich als Yahoo!-Aktionär sowieso nichts hätte, die aber ohne meine damaligen Investitonen auch gar nicht möglich gewesen wären. Wir reden doch hier nicht um Reparationen aus dem 2. Weltkrieg, sondern über Dinge, die keine 10 Jahre zurückliegen...
... Teil in festen Händen, die da in Deiner Grafik gezeigt werden. SoftBank hält ca. 840 Mio., Yahoo! ca 383 Mio. Beide Positionen werden auch nach September (wenn auch in geänderter Form) als strategische Beteiligungen (in dieser Form) erhalten bleiben. Auch die Aktien des aktuellen Boards (u.a. von Ma und Tsai) gehören zu diesen 1,6 Mrd. Stück. Die Altaktionäre, die momentan noch an ihre Aktien gebunden sind, werden diese zwar auf den Markt werfen können, müssen das aber nicht tun und es sind ja auch keine Kleinaktionäre, sondern da geht es um strategische Investments von wohlhabenden Menschen und kleineren Investoren der 1. Stunde bei Alibaba, die ihre Pakete (wenn überhaupt) außerbörslich an neue Investoren abgeben werden, die beim IPO nicht zum Zuge kamen. Gleiches gilt auch für die Papiere im März. Von einer "Schwemme" werden wir weit und breit nichts mitbekommen und ich bezweifle auch, dass es zu großartigen Veränderungen des Handelsvolumens kommen wird. Ich erwarte sogar eher, dass der dann breitere Markt solche Kursmanipulationen wie jetzt nicht (mehr) zulassen wird. Momentan sehe ich bei dem geringen FreeFloat und der Größe von Alibaba eher die Gefahr einer Falschbewertung des Unternehmens. Bis September hat Alibaba zudem die Möglichkeit, noch 2x zu zeigen, was man von dieser Seite in Zukunft erwarten kann. Für mich wird dieses Thema im Augenblick noch viel zu heiß gekocht...
Das Unternehmen verfügt (wie Yahoo!) in den USA über eine extrem treue und breite Kundenbasis von über 600 Mio. aktiven Nutzern. Das liegt u.a. an den Angeboten von AOL, die man nicht sofort mit AOL in Verbindung bringt, wie z.B. die Huffington Post. AOL ist zudem einer der fortgeschrittensten Player im Bereich des "programatic advertising" und generiert damit bereits seit längerer Zeit Geld und Einsparungen als Yahoo! Nach eigenen Angaben betreibt man die am weitesten fortgeschrittene Technologie in diesem Zukunftsmarkt und zeigt dies auch nach außen durch massenhafte Entlassungen von Sales-Mitarbeitern, während gleichzeitig die Umsätze zunehmen.
Im Falle einer Übernahme durch Yahoo! ergeben sich damit enorme Synergieeffekte und der schlagartige Ausbau der eigenen Nutzerbasis um bis zu 50% auf über 1 Mrd. aktive Nutzer. Die Pläne des Zusammenschlusses beider Unternehmen sehen Einsparungen in Höhe von jeweils $125 Mio. pro Quartal und Unternehmen vor, was unterm Strich einer Gewinnverdopplung von Yahoo! auf $2 Mrd. p.a. gleichkommt. Unternehmensbereiche wie Online-Zugänge etc. könnte man bei Bedarf meistbietend verkaufen, wenn man sich damit nicht mehr beschäftigen möchte. AOL erwirtschaftet damit noch immer Gewinne und hat sich bislang nicht von diesem traditionellen Geschäftsbereich getrennt, der aber nur noch einen Bruchteil dessen ausmacht, was AOL heute ist.
Fakt ist, dass $5 Mrd. bei AOL auf jeden Fall besser angelegt sind als $5 Mrd. auf der hohen Kante, und einen fähigen Chef (Tim Armstrong) gibt es dann noch kostenfrei obendrein!
Marissa Mayer hat leider die bescheidenen Möglichkeiten von Yahoo! mit denen von Google verwechselt und verhältnismäßig viel Geld für verhältnismäßig wenig Ertrag ausgegeben. Ich bin schon ganz gespannt, wie sich die zerfahrene Situation demnächst auflösen wird. Selbst eine Kurssteigerung von 20% in den nächsten 2 Wochen auf alte Höchststände sollten nicht ausreichen, um das zerüttete Vertrauen einiger Investoren in ihre Fähigkeiten zu kitten. Ihre Absetzung ist ein inzwischen überfälliger Schritt in die richtige Richtung und man sollte sich in der Wirtschaft auch nicht so viel Zeit für sinnloses Gerede um den heißen Brei lassen, wenn die Dinge so offensichtlich auf dem Tisch liegen. Ich glaube auch nicht, dass Starboard & Co. noch am Ablaufen weiterer Eskalationsstufen interessiert sind, sondern im nächsten Schritt klare Fakten schaffen werden. Das aktuell ruhige Umfeld bei Yahoo! selbst lässt mich zumindest hoffen, dass es hinter verschlossenen Türen momentan heiß hergeht. Marissa Mayer hat nur eine von drei Forderungen Starboards erfüllt und es war diejenige, die man auch als "selbstverständlich" annehmen sollte. Die Ausgliederung der Beteiligung an Yahoo! Japan, aber insbesondere der Merger mit bzw. die Übernahme von AOL sind für Marissa Mayer und ihren Finanzchef kein Thema. Ich kann gut verstehen, dass viele nach der Hängeparty seit November 2014 an keine schnellen Lösungen mehr glauben, aber für mich sind das 3 verlorene Monate, die von Stillstand und Rückschritten geprägt wurden, die man auf Investorenseite so nicht wird hinnehmen können. Ich für meinen Teil bin felsenfest davon überzeugt, dass wir in 6 Wochen ein ganz anderes Yahoo! haben werden als heute.
Gestern ist der Zeiger auf 12:00 Uhr gesprungen, aber es dauert noch etwas, bis die Granaten einschlagen...
... auch Tim Armstrong diese Pläne (Excel-Sheets) bereits gesichtet und für gut befunden haben soll. Ich glaube, der würde eher heute als morgen mit der Umsetzung beginnen, wenn Marissa Mayer (endlich) mitspielen würde. Sie verfolgt jedoch offenbar ganz andere Ziele, als den kurzfristigen Benefit Ihrer Aktionäre zu befriedigen, und sitzt (asu welchen Gründen auch immer) bei Yahoo! fest im Boot. Irgendwas oder irgendjemand hat sie bislang also gestützt, aber selbst Jerry Yang konnte sich nach der Ablehnung des Microsoft-Deals damals nicht mehr auf seinem Stuhl halten und das dürfte nach der fatalen Kursentwicklung der letzten Wochen nun auch Marissa Mayer drohen, weil sie nun auch das letzte Quäntchen Vertrauen der Investoren in ihre Fähigkeiten verspielt haben dürfte.
Wie an anderer Stelle schon erwähnt, aber (leider) wenig beachtet, hat Marissa Mayer schwerwiegende Fehler in der strategischen Unternehmensführung begangen, die ihren Zielen in keiner Weise im Weg gestanden hätten. Sie war schlichtweg überfordert mit der Aufgabe, die man ihr zugetragen hat. Ihre Fortschritte in diesen neuen Technologiebereichen mögen ja ganz ausgezeichnet sein, aber als CEO ist sie eben nicht Chef der Entwicklungsabteilung, sondern eines gesamten Konzerns, in dem eben auch BWL-Kenntnisse gefragt sind. Es gibt nicht umsonst MBA-Studiengänge, um Spezialisten in diversen Fachgebieten auf übergeordnete Führungsaufgaben vorzubereiten: Yahoo! hat seinerzeit Sheldon Cooper zum Chef gemacht und zahlt nun den Preis dafür...
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