SES Research/ Warburg Gruppe - Wirecard kaufen
13:44 21.04.10
Hamburg (aktiencheck.de AG) - Der Analyst von SES Research, Jochen Reichert, stuft die Wirecard-Aktie (Profil) nach wie vor mit "kaufen" ein.
Die Wirecard-Bank nutze zur Prävention von Geldwäsche die industrieüblichen Systeme und Software-Lösungen und könne damit alle gesetzlichen Vorschriften erfüllen. Die Bank betreibe kein Kreditgeschäft und sei daher keinen Kredit- und Fristentransformationsrisiken ausgesetzt. Darüber hinaus werde überschüssige Liquidität nur am Geldmarkt angelegt, d.h. Wirecard spekuliere mit der überschüssigen Liquidität nicht in Währungen, Zinsen oder sonstigen Asset-Klassen.
In der Regel trage Wirecard nicht das Betrugs- oder Ausfallrisiko, das ein Online-Händler mit einem Endkunden habe. Jedoch sei Wirecard dem Risiko von Rückbelastungen und gleichzeitiger Zahlungsunfähigkeit des Händlers ausgesetzt. Rückbelastungen entstünden üblicherweise, wenn Endkunden von Händlern bestellte Waren zurücksenden und eine Zahlung stornieren würden.
Sollte zwischen Ausführung der Transaktion und Zeitpunkt der Rückbelastung der Online-Händler zahlungsunfähig werden, müsste Wirecard die Rückbelastung abdecken. Um die Risiken aus Rückbelastungen zu minimieren, werde von jeder ausgeführten Transaktion ein bestimmter Prozentsatz als Sicherheit für einen Zeitraum von bis zu 90 Tagen von Wirecard einbehalten.
Wesentlicher Wachstumstreiber sei der strukturelle Trend der Verlagerung von Konsum und Freizeitaktivitäten in das Internet. Dieser strukturelle Trend führe zu Wachstumsraten der von Wirecard adressierten Industrien zwischen 12% (E-Commerce) und 25% (Online-Games) p.a. Darüber hinaus dürften verstärkt auch große Händler dazu übergehen, Bezahlprozesse an spezialisierte Dienstleister auszulagern. Zusätzlich würden sich geografische Expansionsmöglichkeiten (Asien) sowie Opportunitäten aus der Konvergenz von Offline- und Online-Payment ergeben.
Der wesentliche Unterschied zu Wettbewerbern sei die Kombination aus Technologie- und Bankdienstleistungen, die es Wirecard ermögliche, Händlern eine Lösung aus einer Hand anzubieten. Wesentliche Konkurrenten von Wirecard hätten keine eigene Bank und müssten daher auf einen Bankpartner zurückgreifen.
Wirecard erziele durchschnittlich über alle Händler eine Transaktionsmarge von ca. 2,3%. Diese setze sich zusammen aus ca. 1,2% Gebühren, die Wirecard an Dritte weiterreichen müsse und für Wirecard variable Kosten mit durchlaufendem Charakter darstellen würden (im Wesentlichen Gebühren für die Distributionspartner von Mastercard und Visacard). Damit erziele Wirecard eine Bruttomarge bezogen auf das Transaktionsvolumen von 1,1%. Diese setze sich wiederum zu ca. 50% aus Erträgen der Bank und 50% aus Erträgen des Processing und Risk Management zusammen.
Der Investment Case sei voll intakt - das aktuelle Kursniveau sollte eine gute Einstiegsmöglichkeit darstellen.
Die Aktie von Wirecard wird von den Analysten von SES Research weiter zum Kauf empfohlen. Das Kursziel werde unverändert bei EUR 11,50 gesehen. (Analyse vom 21.04.2010) (21.04.2010/ac/a/t)