Werden Grossbanken an der Börse bevorzugt?


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Synistra:

Werden Grossbanken an der Börse bevorzugt?

 
11.01.01 16:53
Hallöchen ersteinmal!
Tja, werden Grossbanken gegenüber den Kleinanlegern an der Börse bevorzugt?
Genau diese Frage stelle ich mir, bzw. muss sie mir stelle, denn für mein Abitur muss ich eine Facharbeit mit genau diesem Thema schreiben.
Ich selbst bin kein Newbie an der Börse, hoffe jedoch, dass ihr "Profis" mir noch ein paar Tips und Links geben könnt.
Vielen Dank schon mal
                      Eure Synistra
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DarkKnight:

Auch ein Hallöchen von mir .... könntest Du evtl.

 
11.01.01 17:00
das Thema präzisieren? Damit kann man doch nichts anfangen. Und, ganz wichtig: in welchem Bundesland machst Du Dein Abitur und welche Haarfarbe hast Du?
Antworten
Bronco:

Darky, Schwerenöter ! ... tztztz. o.T.

 
11.01.01 17:04
Antworten
Bronco:

Weiß zwar nicht, auf welche Info Du da besonders

 
11.01.01 17:46
wert legst, aber ich fange einfach mal mit ein paar Stichworten an:

Die Großbanken haben (man muß schon fast sagen logischerweise) an der Börse einige Vorteile:

- Wissen: Sie kennen zu jeder Zeit die beiden Seiten der Medaille, die Liquidität ihrer Kunden, deren Anlageverhalten - und sie wissen über Änderungen diesbezüglich immer zuerst bescheid (haben zumindest die Möglichkeit dazu. Inwieweit sie das in ihren z.T. schwerfälligen Apparaten auch umsetzen, weiß ich natürlich nicht). Insbesondere wissen sie, wann zahlreiche Kunden auf Kredit eingekauft haben ...

- Kostenvorteile: Schau nur mal, was wir an Gebühren und Spesen für unsere Zocks bezahlen. Die Banken sind hier auf der anderen Seite, sie verdienen. Sie kommen billiger und schneller an Kapital, zum einen über den Geldmarkt (der uns verschlossen bleibt), als auch über ihre Kunden (Differenz von Soll- und Haben-Zinsen).

- Geldwerte Zeitverzögerungen: Jeder hat sich sicher schon mal darüber geärgert, wie zäh und lange Überweisungen manchmal dauern. Auffällig: Vom Konto runtergebucht ist die Kohle immer SOFORT. Bis hingegen die Haben-Kohle da ist, das dauert und dauert und ... - alles zinslose Kredite in Milliardenhöhe. Geldwerten Zeitvorteil gibt es aber auch noch an anderer Stelle: Sie können die Zeitstrecken bei Aktientransaktionen zum shorten und für Arbitrage-Geschäfte nutzen (zinslose Hebel).

- Neuemissionen: Für die Banken Kohle ohne Ende - seitens der emittierenden Unternehmen, aber insbesondere seitens der Kunden: Wenn ein Wert schon eine Woche vor Erstnotierung x-fach überzeichnet ist, dann heißt das, die dafür zurückgestellte Kohle liegt zinslos bei der Bank und der Zeichner kommt erst wieder ran, wenn er die Mitteilung bekommt, daß er nicht dabei war. Na, und was machen die wohl in der Zwischenzeit mit der Kohle ? ...

- Marktbestimmung: In vielen Papieren, insbesondere den eigenen Derivaten sind die Banken die einzigen, die "den Markt machen", d.h. wegen mangelnder Liquidität in einem bestimmten Papier kommen Umsätze im wesentlichen nur zustande, wenn die Banken die Orderwünsche der Kunden befriedigen. Dieses tun sie natürlich mit einem Spread (auch wenn wir den - wie bei bestimmten Aktien - nicht sehen).

- Mißbrauch ihrer Multifunktionen: Die Banken beraten, geben Kredite, sie zocken selber und sie analysieren medienwirksam. Was machen die wohl, wenn sie einen Unternehmenskredit bewilligt haben, von dem sie wohl nie wieder was sehen ? - richtig: Pushen ohne Ende, Warrants herausgeben, Kohle ohne Ende verdienen, und selber den Zeitpunkt bestimmen, zu dem die Bombe platzt. Beispiel: Metallgesellschaft (ist schon ne Weile her). Da haben die an den faulen Krediten über Warrants und Pushes ein mehrfaches von dem verdient, als sie letztlich über die Wertberichtigungen abgeben mußten. Die so abgezockte Kohle nennt man in der Fachsprache "Peanuts".

... jetzt hör ich besser auf, weil jetzt wirds langsam sarkastisch.

Der Fairness halber sei angemerkt, daß sie zumindest an einer Stelle einen Nachteil haben: Eigene Transaktionen sind für sie nur bei bestimmten Mindestumsätzen interessant. Namentlich in marktengen Papieren sind diese natürlich Kurs-beeinflussend. Dieses Problem haben wir armen kleinen Würstchen i.d.R. nicht.
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Synistra:

Danke!

 
11.01.01 18:06
Danke an DarkKnight, dass du so lieb nach meiner Haarfarbe gefragt hat! Ich weiß zwar nicht, was das mit dem Thema zu tun hat, aber ich habe lange blond (gefärbte) Haare!
Tja,ich habe noch zwei Monate Zeit das Thema mit meinem Fachlehrer zu präzisieren. Ich wollte nun ersteinmal genauer schauen in wiefern mir das Thema Informationen bietet. Also kann ich mich noch in alle Richtungen "bewegen". Vieleicht kannst du mir ja sagen,welches "präzisierte Thema" am interesantesten wäre.
Mein Abitur mache ich in Nordrhein-Westfalen. Möchtest du nun auch noch wissen, in welcher Stadt und an welcher Schule??  *gg*

Ebenfalls ein riesiges Dankeschön an Bronco.
Ist es nicht auch so, dass die Banken eher an Informationen / Gewinnwarnungen von Firmen kommen als "wir"?
Ich denke, dass mir dein Beitrag zur ersten Grundlagen-Sicherung geholfen hat. Tja, dann muss ich mir wohl nun mal überlegen, in welcher Richtung ich für meine Facharbeit weiter recherchiere (schreibt man das so? ->bin doch blond).

Trotzdem noch mal Danke!
Gruss Eure Synistra
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DarkKnight:

Blond ist immer eine Antwort wert ...

 
12.01.01 11:48
... ich glaube, Bronco hat schon sehr erschöpfend Stichpunkte gegeben. Folgendes noch als Dreingabe: natürlich haben die Banken einen zeitlichen Vorsprung über die finanzielle Situation, allein bedingt durch die Info über die Kreditnachfrage von Unternehmen, aber auch über ihre Präsenz in den Aufsichtsräten. Was hier völlig untergegangen ist: die Börse ist mehr als Aktien, es werden auch Anleihen und Devisen gehandelt. Bei den Anleihen sieht es nicht mehr so rosig aus: der Bund als größter Emittent (der i.d.R. mind. 15% einer Emission zurückbehält zur Marktpflege) und als Mitglied in der EZB hat hier den entscheidenden Informationsvorsprung.

Noch einige Nachteile der Banken: wenn Kurse gestellt werden, sind Banken auch zum Kauf verpflichtet, unabhängig davon, ob sie Aktien eines best. Unternehmens auch im Portfolio haben möchten. Dann kommt das Risiko von Emissionsbanken hinzu: eine Emission, die sich nicht verkauft, wird plötzlich zum Investment.

Aber einen Grundsatz lassen Banken nie außer Augen: "There is no free lunch".

Wg. Bundesland: ich glaube, die Einstellung gegenüber Banken ist in Hessen eine andere als in Bayern, womit es mir zweckmäßig erscheint, einen mehr oder weniger kritischen Ansatz zu wählen. Mit NRW kann ich nichts anfangen, liegt dort Hannover? Kommt mir irgendiwe bekannt vor.

Grüsse
Antworten
vanessax:

Hannover in NRW,

 
12.01.01 13:48
DarkKnight, bist du der Ariva-Zlatko ? :-)
Antworten
DarkKnight:

@vanessex: Schlimmer, bin aus Bayern o.T.

 
12.01.01 13:57
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