wert legst, aber ich fange einfach mal mit ein paar Stichworten an:
Die Großbanken haben (man muß schon fast sagen logischerweise) an der Börse einige Vorteile:
- Wissen: Sie kennen zu jeder Zeit die beiden Seiten der Medaille, die Liquidität ihrer Kunden, deren Anlageverhalten - und sie wissen über Änderungen diesbezüglich immer zuerst bescheid (haben zumindest die Möglichkeit dazu. Inwieweit sie das in ihren z.T. schwerfälligen Apparaten auch umsetzen, weiß ich natürlich nicht). Insbesondere wissen sie, wann zahlreiche Kunden auf Kredit eingekauft haben ...
- Kostenvorteile: Schau nur mal, was wir an Gebühren und Spesen für unsere Zocks bezahlen. Die Banken sind hier auf der anderen Seite, sie verdienen. Sie kommen billiger und schneller an Kapital, zum einen über den Geldmarkt (der uns verschlossen bleibt), als auch über ihre Kunden (Differenz von Soll- und Haben-Zinsen).
- Geldwerte Zeitverzögerungen: Jeder hat sich sicher schon mal darüber geärgert, wie zäh und lange Überweisungen manchmal dauern. Auffällig: Vom Konto runtergebucht ist die Kohle immer SOFORT. Bis hingegen die Haben-Kohle da ist, das dauert und dauert und ... - alles zinslose Kredite in Milliardenhöhe. Geldwerten Zeitvorteil gibt es aber auch noch an anderer Stelle: Sie können die Zeitstrecken bei Aktientransaktionen zum shorten und für Arbitrage-Geschäfte nutzen (zinslose Hebel).
- Neuemissionen: Für die Banken Kohle ohne Ende - seitens der emittierenden Unternehmen, aber insbesondere seitens der Kunden: Wenn ein Wert schon eine Woche vor Erstnotierung x-fach überzeichnet ist, dann heißt das, die dafür zurückgestellte Kohle liegt zinslos bei der Bank und der Zeichner kommt erst wieder ran, wenn er die Mitteilung bekommt, daß er nicht dabei war. Na, und was machen die wohl in der Zwischenzeit mit der Kohle ? ...
- Marktbestimmung: In vielen Papieren, insbesondere den eigenen Derivaten sind die Banken die einzigen, die "den Markt machen", d.h. wegen mangelnder Liquidität in einem bestimmten Papier kommen Umsätze im wesentlichen nur zustande, wenn die Banken die Orderwünsche der Kunden befriedigen. Dieses tun sie natürlich mit einem Spread (auch wenn wir den - wie bei bestimmten Aktien - nicht sehen).
- Mißbrauch ihrer Multifunktionen: Die Banken beraten, geben Kredite, sie zocken selber und sie analysieren medienwirksam. Was machen die wohl, wenn sie einen Unternehmenskredit bewilligt haben, von dem sie wohl nie wieder was sehen ? - richtig: Pushen ohne Ende, Warrants herausgeben, Kohle ohne Ende verdienen, und selber den Zeitpunkt bestimmen, zu dem die Bombe platzt. Beispiel: Metallgesellschaft (ist schon ne Weile her). Da haben die an den faulen Krediten über Warrants und Pushes ein mehrfaches von dem verdient, als sie letztlich über die Wertberichtigungen abgeben mußten. Die so abgezockte Kohle nennt man in der Fachsprache "Peanuts".
... jetzt hör ich besser auf, weil jetzt wirds langsam sarkastisch.
Der Fairness halber sei angemerkt, daß sie zumindest an einer Stelle einen Nachteil haben: Eigene Transaktionen sind für sie nur bei bestimmten Mindestumsätzen interessant. Namentlich in marktengen Papieren sind diese natürlich Kurs-beeinflussend. Dieses Problem haben wir armen kleinen Würstchen i.d.R. nicht.