www.faz.de unter Investor sind noch ettliche lesenswerte Beiträge zum Thema Stahl,
Stahlboom, Ende des Stahlbooms, VA Aktie reif für neues Hoch,Zeiten für Stahlaktien scheinen besser zu werden.
Wer interesse an Aktien aus der Stahlbranche hat sollte sich diese Artikel mal in Ruhe durchlesen,
bis dahin sind die fallenden Kurse vielleicht auch zuende und man kann (wenn man es denn immer noch möchte)mal langsam in ausgewählte Stahltitel einsteigen.
Thyssen Krupp,
Voestalpine sehe ich nach wie vor und gerade nach diesen Kurskorrekturen bei "Strong Buy"
Aber bitte nicht in ein fallendes Messer greifen,
den Messer aus Stahl schneiden tief ins Fleisch,
aber sie taugen auch was.
Auf die Lauer legen und sobald Markt sich beruhigt hat und Kurse anziehen zugreifen.
Stahl
Voestalpine-Aktie hat es in Zukunft schwerer (?)anm. von mir.
Walzstraße von Voestalpine
08. Juni 2006
Neues Rekordjahr, Analystenerwartungen übertroffen - solche Nachrichten tun gut in Zeiten schwächelnder Aktienkurse. Trotzdem: Die Voestalpine-Aktie stürzte nach Vorlage des Jahresergebnisses am Donnerstag im frühen Handel in Wien um 4,85 Prozent auf 102 Euro ein (Isin
AT0000937503). Das liegt wohl nicht an den hervorragenden Unternehmenszahlen, sondern am vorsichtigen Ausblick.
Der Stahlkocher aus Linz in Österreich übertraf die Umsatzerwartungen leicht und die Ergebnisprognosen deutlich. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 525,9 Millionen Euro nach 323,5 Millionen Euro im Vorjahr. Die Schätzung der Beobachter lautete auf 491,3 Millionen Euro. Bei allen wesentlichen Finanzkennzahlen verbuchte Voestalpine Höchstwerte, wie das Unternehmen am Donnerstag stolz mitteilte.
Rohstoffkosten steigen
Der langjährige Aufwärtstrend ist noch intakt
Die Division Stahl habe im abgelaufenen Geschäftsjahr von der „guten Konjunkturentwicklung der europäischen Stahlindustrie“ profitiert. Daneben seien der Umsatz- und Ergebnisanstieg vor allem auf die Segmente Weiche, Draht und Nahtlosrohre (Division Bahnsysteme), lasergeschweißte Platinen, Sicherheitstechnik und Präzisionsteile (Division Automotive) sowie Sonderprofile und Lagertechnik (Division Profilform) zurückzuführen.
Der Umsatzanstieg auf Konzernebene sei überwiegend auf organisches Wachstum in den bestehenden Konzerngesellschaften zurückzuführen und basiere im Vergleich zum Vorjahr nur zu einem geringen Teil auf Akquisitionen. Auf Konzernbasis habe Voestalpine im Vergleich zum Vorjahr gestiegene Aufwendungen aus Rohstoffkosten von 200 Millionen Euro verzeichnet.
Dividende kann sich sehen lassen
Die Aktionäre dürfen auf der Hauptversammlung am 5. Juli einer Erhöhung der Dividende von 1,50 auf 2,00 Euro je Aktie und der Zahlung eines Bonus' von je 1,10 (0,60) Euro zustimmen. Dies würde beim aktuellen Aktienkurs einer Dividendenrendite von drei Prozent entsprechen.
Im laufenden Geschäftsjahr 2006/07 erwartet das Unternehmen ein „ähnlich gutes Ergebnis“ wie im abgelaufenen Jahr, sagte Vorstandsvorsitzender Wolfgang Eder. In den Sparten Stahl, Bahnsysteme und Profilform zeichne sich Ergebnisstabilität auf annähernd dem hohen Niveau des Jahres 2005/06 ab. Die Sparte Automotive dürfte ihren Aufwärtstrend fortsetzen und somit operatives Ergebnis und Margenprofil weiter verbessern können.
Kennzahlen entwickeln sich hervorragend
Die Entwicklung wichtiger Kennzahlen über die vergangenen fünf Geschäftsjahre ist erfreulich: Der Umsatz lag im vergangenen Geschäftsjahr, das am 31. März endete, bei 6,5 Milliarden Euro, das sind 12,5 Prozent mehr als im Vorjahr. 2001/2002 hatte der Konzern nur etwa die Hälfte, nämlich 3,4 Milliarden Euro, umgesetzt.
Das Betriebsergebnis (Ebit) stieg im Vergleich zum Vorjahr um fast ein Drittel auf 731,8 Millionen Euro. Vor fünf Jahren waren es noch 139,7 Millionen Euro gewesen. Das Ergebnis je Aktie stieg von 9,44 Euro im Vorjahr auf 13,13 Euro. 2002 verbuchte die Gesellschaft noch 1,68 Euro Gewinn pro Aktie. Die Ebitda-Marge kletterte im Vergleich zum Vorjahr von 15,4 auf 16,8 Prozent, die Ebit-Marge von 9,6 auf 11,3 Prozent.
KGV scheint nicht sehr hoch zu sein
Die Aktie lief jahrelang seitwärts. 2003 aber startete sie durch: Von einem Tief bei 21,80 Euro stieg sie fast exponentiell an, bis sie Anfang Mai in Wien auf ein neues Rekordhoch von 136,30 Euro lief. Seitdem hat das Papier wieder kräftig korrigiert - am Mittwoch ging die Aktie bei 107,20 Euro aus dem Handel. Der langfristige Aufwärtstrend ist allerdings nach wie vor intakt.
Auch das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) scheint nicht besonders hoch zu sein: Es beträgt auf Basis der vorgelegten Zahlen nur 7,8 - das ist mit Blick auf die Gewinnsteigerungen in der Vergangenheit nicht viel. Allerdings steigt das KGV auf Basis der durchschnittlichen Analystenschätzungen für das laufende Jahr auf 8,8 an - die Beobachter rechnen also mit einem sinkenden Gewinn.
Kurssteigerungen ersteinmal Vergangenheit
Und genau das ist das Problem. Wenn der Vorstandschef im laufenden Geschäftsjahr ein „ähnlich gutes Ergebnis“ erwartet, dann signalisiert das den Aktionären, daß sie Gewinnsteigerungen wie in der Vergangenheit in naher Zukunft nicht mehr erwarten dürfen. Auch die hohen Rohstoffkosten drücken auf die Stimmung.
Voestalpine ist nach wie vor viel zuzutrauen. Doch der vorsichtige Ausblick zeigt, daß die Stahlkonjunktur nun wirklich den Gipfel erreicht hat oder schon überschritten hat. Dagegen kann sich auch ein gut geführtes Unternehmen nicht wehren. Die Voestalpine-Aktie bleibt ein solides Investment, Kurssteigerungen wie in der Vergangenheit darf der Anleger aber nicht erwarten - im aktuellen Börsenumfeld schon gar nicht.