TOKIO – Der japanische Yen testete am Freitag (5.6.) die psychologische Marke von 160 pro US-Dollar, was neue Warnungen seitens japanischer Regierungsvertreter auslöste, während der US-Dollar auf Kurs für einen Wochengewinn blieb, da die Spannungen in der Golfregion die Nachfrage nach sicheren Anlagen ankurbelten.
Der Yen gab im frühen Handel auf bis zu 160 pro Dollar nach und bewegte sich damit trotz wiederholter verbaler Warnungen der japanischen Behörden bereits den dritten Handelstag in Folge um diese Marke.
Wie Reuters berichtet, betrachten die Märkte die 160er-Marke als eine wichtige Schwelle, die eine Intervention der Regierung auslösen könnte.
Die japanische Finanzministerin Satsuki Katayama erklärte, die Regierung sei jederzeit bereit, auf Entwicklungen am Devisenmarkt zu reagieren, und schloss „entschlossene Maßnahmen“ zur Bekämpfung übermäßiger Volatilität nicht aus.
Der Yen steuert nun auf die vierte Woche in Folge mit Kursverlusten zu – die längste Verlustserie seit Februar.
Die Schwäche hat die Auswirkungen der staatlichen Interventionen vom vergangenen Monat, die rund 73 Milliarden US-Dollar gekostet haben, fast vollständig zunichte gemacht.
Tony Sycamore, Marktanalyst bei IG, sagte, die entscheidende Frage sei, ob die japanische Regierung bereit sei, erneut gegen mächtige makroökonomische Kräfte vorzugehen, darunter hohe Energiepreise, robuste US-Konjunkturdaten und gestiegene Renditen für US-Staatsanleihen.
Seiner Ansicht nach hatte die Intervention Ende April nur vorübergehende Auswirkungen, und der Dollar müsste nachhaltig unter 155 Yen fallen, bevor sein allgemeiner Aufwärtstrend wirklich gestört werden könnte.
Daten der japanischen Regierung zeigten, dass die Reallöhne im April gegenüber dem Vorjahr um 1,9 % gestiegen sind, was den vierten monatlichen Anstieg in Folge darstellt.
Die Zahlen werden von der Bank of Japan, die am 15. und 16. Juni ihre geldpolitische Sitzung abhält, genau beobachtet.
Laut Reuters-Quellen wird weiterhin davon ausgegangen, dass die BOJ die Zinsen anheben wird, sofern der Konflikt im Nahen Osten nicht drastisch eskaliert und die Finanzmärkte destabilisiert. Die mit dem Konflikt verbundenen steigenden Energiepreise werden als zusätzlicher Inflationsdruck in Japan angesehen.
Die Bemühungen von US-Präsident Donald Trump, den Konflikt im Nahen Osten zu beenden, sind auf neue Hindernisse gestoßen, nachdem die vom Iran unterstützte Hisbollah-Gruppe einen neuen Waffenstillstandsvorschlag im Libanon abgelehnt hat