Irland hat das Schlimmste überstanden“
13.04.2011 | 18:19 | (Die Presse)
Schuldenkrise. Ratingagenturen sehen den Ausblick für Irland nach dem jüngsten Bankenstresstest nun stabil, die Risikoaufschläge für irische Anleihen sinken.
Dublin/Bloomberg. Der Bankenstresstest in Irland hat zwar einen zusätzlichen Kapitalbedarf von 24 Mrd. Euro für die gestressten irischen Geldinstitute ergeben – aber die Märkte beruhigt: Die Stresstests seien „glaubwürdig“ abgelaufen, ließ die Ratingagentur S&P verlauten. Der Ausblick für Irland sei nun „stabil“.
S&P (Standard & Poor's) war eine jener Ratingagenturen gewesen, die das Bonitätsrating Irlands Anfang April herabgesetzt hatten. Dass die Ratingagentur den Ausblick jetzt stabil nennt, hilft dem Land bedeutend: Die Höhe des Risikoaufschlags, den Irland für die Bedienung seiner Staatsanleihen bezahlen muss, ist zurückgegangen. Derzeit muss Irland für Staatsschulden mit zweijähriger Laufzeit 8,6Prozent Zinsen bezahlen. Portugal muss für vergleichbare Anleihen 9,02Prozent löhnen, Griechenland sogar ruinöse 16,4Prozent.
Renditeaufschlag gesunken
Der Renditeaufschlag für zehnjährige irische Anleihen ist um 1,17 auf 5,66Prozent gefallen, seit die irische Notenbank die Stresstest-Ergebnisse veröffentlicht hat. Der Renditeaufschlag gibt an, um wie viel ein Land für neu aufgenommene Staatsschulden mehr bezahlen muss als der Beste in der Eurozone, Deutschland.
Praidhe Garvey, Chef der Industrieländer-Anleihensparte bei der Großbank ING Groep, sieht die Entwicklung in Irland als „Hoffnungsschimmer für die gestresste Peripherie“. Angesichts der zunehmenden Wahrscheinlichkeit, dass Irland in Bezug auf seine Banken das Schlimmste überstanden habe, seien die Renditen irischer Anleihen jetzt „sehr attraktiv“. Die Londoner Vermögensverwaltung BlueBay Asset Management hat sich bereits mit irischen Anleihen eingedeckt, weil eine Umschuldung des Landes nun „extrem unwahrscheinlich“ geworden sei.
Die Situation in Griechenland unterscheidet sich von der in den Problemländern Griechenland und Portugal grundlegend: Ursache der Probleme sind in Irland nicht hohe Staatsschulden, sondern Schulden der Banken.
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