Auszüge HV Bericht 2003 (den ganzen Bericht gibts für 3€ bei der Board-Konkurrenz)
Die Bilanzsumme im Geschäftsjahr 2002 beläuft sich auf rund 25,39 Mio. EUR nach 37,34 Mio. EUR in 2001. Die liquiden Mittel und Wertpapiere des Umlaufvermögens sanken zum 31. Dezember 2002 aufgrund von Wertpapierkäufen, Beteiligungserwerben sowie Rechts- und Beratungskosten von 32.260 TEUR auf insgesamt 19.586 TEUR. Dies entspricht 77,14 Prozent der Bilanzsumme. Die Forderungen, die sich zum Großteil aus Forderungen gegenüber dem Finanzamt zusammensetzen, betragen 2.899 TEUR und damit 11,42 Prozent der Bilanzsumme. Der Jahresfehlbetrag beläuft sich auf 15,22 Mio. EUR, worin außerordentliche Aufwendungen in Höhe von 7,58 Mio. EUR enthalten sind, welche sich aus den Rückstellungen für Aktionärsklagen sowie den Kosten der Sonderprüfung ergeben.
In Bezug auf die Haftungsmasse des Ehepaars Schnabel führte Herr Schwamm aus, hier seien auf Geld- und Depotkonten zwischen 16 und 18 Mio. EUR arrestiert. Der Freistaat Bayern besitze hier jedoch in den meisten Fällen eine zeitliche Vorrangigkeit. In Bezug auf die Aktien bestünden keine Eigentumsansprüche und damit auch keine Weisungsrechte, sondern lediglich eine Art schuldrechtliche Herausgabepflicht seitens des Ehepaars Schnabel.
Im Zusammenhang mit den Ansprüchen der ComROAD AG gegen das Ehepaar Schnabel erklärte Herr Brass, es gebe vollstreckbare Schuldanerkenntnisse in Höhe von insgesamt 14,4 Mio. EUR, davon 11 Mio. EUR in der Schweiz. 2 Mio. EUR seien direkte Ansprüche der ComROAD AG, während 10 Mio. EUR notarielle Schuldanerkenntnisse und 1,4 Mio. EUR Schuldanerkenntnisse gegen Bodo Schnabel in Deutschland seien. Die genaue Rechtslage, so Herr Brass weiter, müsse in diesem Fall noch geklärt werden. Wie Herr Schwamm ergänzte, wurde im Fall der mit 0,8 Mio. EUR Anwaltskosten recht teuren Vermögensarrestierung bei den Eheleuten Schnabel zunächst lediglich ein Pfandrecht erworben
Fazit und Schlussworte
Was Herr Schwamm auf der Hauptversammlung seinen Aktionären präsentierte, kann man trotz der teuren Vorbereitung nur als "einfach schlecht" bezeichnen. Er sprach von einem Alleinstellungsmerkmal der ComROAD AG in ihrem Geschäftsfeld. Doch mit solchen aberwitzigen Planzahlen à la New Economy hat man den Aktionären einen Bärendienst erwiesen. Viele hatten auf eine Einstellung des Geschäfts, eine möglichst frühe Liquidation oder die Umwandlung in eine vermögensverwaltende Gesellschaft gehofft. Denn selbst bei den geringsten Zinssätzen würden diese Erlöse bei weitem ausreichen, um die Gesellschaft zu verwalten.
Doch die stärkste Interessengruppe, das Management, wird weiter den Weg gehen, welchen sie für richtig hält, und nicht ganz uneigennützig, wenn man sich die offensichtliche Selbstbedienungsmoral während der kurzen Geschichte der ComROAD AG anschaut. Frau Schwamm ist beispielsweise immer noch als Bürokraft im Unternehmen tätig. Echte Argumente gegen eine vollständige Einstellung des Geschäfts konnten nicht vorgebracht werden. Und nur, um einige tausend Geräte absetzen zu können, weitere Millionen in den Sand zu setzen, klingt wenig plausibel.
Tragisch für die restlichen Aktionäre, egal ob Schadenersatzkläger oder Spekulant, ist die Tatsache, dass das Ehepaar Schnabel als stärkster Aktionär diesen Kurs immer noch zu unterstützen scheint. Obwohl man im Grunde gegensätzliche Ziele verfolgt, sollten sich die verschiedenen Interessengruppen auf der Aktionärsseite zusammentun, bevor der Kuchen ganz gegessen ist. Einer der wichtigsten Punkte für die kommenden Monate wird die Klärung der Frage sein, was nun genau mit den Aktien von Herrn und Frau Schnabel geschehen wird, ob der Freistaat Bayern die Aktien für sich beansprucht und wie diese verwertet werden sollen.
Fakt ist, dass sich pro Aktie immer noch ungefähr 1 EUR Cash im Unternehmen befindet und der Kapitalmarkt lediglich rund 20 Cent bezahlt. Sollten die geschädigten Anleger allerdings vor den Gerichten eine Niederlage erleiden, bedeutet dies wenigstens einen Substanzgewinn für die verbliebenen Aktionäre. Und wenn das Management bis dahin nicht weitere Gehaltserhöhungen durchgeboxt und die Gesellschaft sparsam gewirtschaftet hat, könnte sich die Aktie der ComROAD eines Tages als reinrassiger Cashwert präsentieren.
22:28 21.06.03, GSC(GSC)