Glaubt hier wirklich jemand daran, dass Getgoods nochmal zurückkommt?
Jeder einigermaßen gescheite Investor würde eher versuchen, die Assets geschlossen aus der Insolvenzmasse zu kaufen. Der Insolvenzverwalter kann froh sein, wenn er 10 Mio. € dafür bekommt. Damit ist dann eine neue Firma schuldenfrei und der Investor hat erstmal 100% der Anteile. Die Angestellten bekommt der neue Investor ebenfalls fast geschlossen in die neue Firma, in Frankfurt Oder sind die Möglichkeiten jetzt nicht so wahnsinnig prickelnd. Hier stellt sich natürlich die Frage, wer die Firma leiten soll. Das ist der große Knackpunkt.
Stellen wir uns den anderen Fall vor: ein Investor will in Getgoods investieren: mit 10 Mio.€wird er nicht weit kommen, damit werden wahrscheinlich nur kurzfristige Verbindlichkeiten bedient. Zudem wären die Grundprobleme nicht geklärt: ein äußerst Cowboy CEO, der gerne sein Lasso mit markigen Reden schwingt und sich wahrscheinlich nicht aus der Firma drängen lassen wird und auch nicht freiwillig abdankt. Und eine Organisation, die wahrscheinlich noch nicht den Grad an notwendiger Professionalisierung aufgebaut hat. Und vor allem: JEDE MENGE SCHULDEN!
Beide Szenarien sind also wenig wahrscheinlich. Da wird folgendes passieren: Ein bestehender Ecommerce Player (vielleicht auch aus dem Ausland) wird aus der Insolvenzmasse die Marken, die Plattformen inkl. Kundendaten für 5-10 Mio.€ kaufen, die relevanten Leute aus Marketing / IT übernehmen. Das wars dann auch. Und der Insolvenzverwalter hat auch keine Wahl. Je länger er wartet, je mehr mögliche kriminelle Aktivitäten mit getgoods in Verbindung gebracht werden, desto weniger ist die Marke / Hauptplattform wert.