Wal-Mart, SBC und Amgen frönen dem Müßiggang
Boston, 11. Mai (Bloomberg) - Sind Sie stolzer Besitzer einer Hängematte? Dann sollten Sie es sich mit Ihrer Zeitung jetzt dort gemütlich machen. Es macht nichts, wenn Sie dabei einschlafen. Denn dieser Artikel handelt von Aktien und vom Nichtstun.
Um in den illustren "Club der Müßiggänger" aufzusteigen, muss ein Unternehmen zwei Kriterien erfüllen. Erstens: Die Marktkapitalisierung sollte bei mindestens einer Mrd. Dollar liegen. Zweitens: Der Aktienkurs hätte in den vergangenen zwölf Monaten um nur ein Prozent schwanken dürfen. In diesem Jahr haben es 32 Unternehmen geschafft, nach 22 im Vorjahr und 24 Müßiggängern 1999.
Spitzenreiter sind in diesem Jahr: Wal-Mart Stores Inc. aus Bentonville, Arkansas, der größte US-Einzelhändler, die Telefongesellschaft SBC Communications Inc. mit Sitz in San Antonio, Texas, sowie Amgen Inc., ein Biotechnologieunternehmen aus Thousand Oaks, Kalifornien. Weiterhin der Konsumgüterhersteller Colgate-Palmolive Co. mit Sitz in New York und der in Dallas, Texas beheimatete Papierhersteller Kimberly- Clark Corp.
Investments in Müßiggänger können sich lohnen. John Dorfman empfahl im letzten Jahr drei dieser Unternehmen. Unterm Strich schnitten sie besser ab als der Standard & Poor's 500 Index. Alliant Energy Corp. kletterten um elf Prozent, Barrick Gold Corp. fielen um nur 4,4 Prozent und Albemarle Corp. gaben um 0,6 Prozent nach. Der Benchmark-Index verzeichnete im vergangenen Jahr ein Minus von elf Prozent.
Zurück zum aktuellen "Club der Müßiggänger". Bei einem Kurs- Gewinn-Verhältnis von 17 ist Kimberly-Clark Dorfmans ganz persönlicher Favorit. Amgen kam in den vergangenen vier Quartalen auf ein KGV von 57, Wal-Mart liegt bei 37, Colgate-Palmolive bei 32, SBC weist ein KGV von 19 auf. Analysten bewerten die Aussichten von Kimberly-Clark kritischer. Sie erwarten ein Gewinnwachstum von nur elf Prozent.
Doch der Club hat noch andere interessante Mitglieder, darunter FedEx Corp. Der Transportprofi kommt auf ein KGV von nur 15, einen Buchwert von 2 und ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von 0,6. Mit 47 Prozent hält sich die Verschuldungsrate im Rahmen. Negativ ist allerdings, dass das Gewinnwachstum in den beiden vergangenen Jahren zurückging. Auch für dieses Jahr erwarten Analysten ein Minus von sieben Prozent auf 2,15 Dollar pro Aktie. Im Durchschnitt vergeben Marktteilnehmer der Aktie die Note 3,8. Damit liegt die Empfehlung zwischen "kaufen" und "halten".
In die engere Wahl kommt für den Investmentstrategen aus Boston auch Unocal Corp. mit Sitz in El Segundo, Kalifornien. Bei einem Kurs von rund 37 Dollar hat die Ölfördergesellschaft ein KGV von 9. Der Jahresumsatz liegt bei 8 Mrd. Dollar, was hoch erscheint, in der Branche jedoch nicht unüblich ist. Unocal kommt auf einen Börsenwert von knapp 9 Mrd. Dollar. Spekulationen, wonach der Ölförderer übernommen werden könnte, sind durchaus berechtigt.
Dorfmans dritte Empfehlung ist Parker Hannifin Corp. aus Cleveland. Der weltweit führende Anbieter von Systemen für hydraulische, elektromechanische und pneumatische Antriebstechnik kam zwischen 1996 und 1999 auf einen Gewinn von über 2 Dollar pro Aktie. Dieses Jahr dürfte der Gewinn zum zweiten Mal auf 3 Dollar pro Aktie klettern. Auch das KGV von 14 erscheint vernünftig. Der Buchwert liegt bei 2,1 und das Kurs-Umsatz-Verhältnis bei 0,9. Obwohl sich der Aktienkurs seit 1997 kaum bewegt hat, stieg das Eigenkapital in dieser Zeit um 60 Prozent auf 2,49 Mrd. Dollar.
Eine Mitgliedschaft im "Club der Müßiggänger" ist keine Schande. Im Vergleich zu den großen Börsenbarometern - der Nasdaq Composite verzeichnete seit Jahresanfang ein Minus von 13 Prozent - ist es gar nicht so schlecht, wenn sich der Aktienkurs eine Pause einlegt.
Boston, 11. Mai (Bloomberg) - Sind Sie stolzer Besitzer einer Hängematte? Dann sollten Sie es sich mit Ihrer Zeitung jetzt dort gemütlich machen. Es macht nichts, wenn Sie dabei einschlafen. Denn dieser Artikel handelt von Aktien und vom Nichtstun.
Um in den illustren "Club der Müßiggänger" aufzusteigen, muss ein Unternehmen zwei Kriterien erfüllen. Erstens: Die Marktkapitalisierung sollte bei mindestens einer Mrd. Dollar liegen. Zweitens: Der Aktienkurs hätte in den vergangenen zwölf Monaten um nur ein Prozent schwanken dürfen. In diesem Jahr haben es 32 Unternehmen geschafft, nach 22 im Vorjahr und 24 Müßiggängern 1999.
Spitzenreiter sind in diesem Jahr: Wal-Mart Stores Inc. aus Bentonville, Arkansas, der größte US-Einzelhändler, die Telefongesellschaft SBC Communications Inc. mit Sitz in San Antonio, Texas, sowie Amgen Inc., ein Biotechnologieunternehmen aus Thousand Oaks, Kalifornien. Weiterhin der Konsumgüterhersteller Colgate-Palmolive Co. mit Sitz in New York und der in Dallas, Texas beheimatete Papierhersteller Kimberly- Clark Corp.
Investments in Müßiggänger können sich lohnen. John Dorfman empfahl im letzten Jahr drei dieser Unternehmen. Unterm Strich schnitten sie besser ab als der Standard & Poor's 500 Index. Alliant Energy Corp. kletterten um elf Prozent, Barrick Gold Corp. fielen um nur 4,4 Prozent und Albemarle Corp. gaben um 0,6 Prozent nach. Der Benchmark-Index verzeichnete im vergangenen Jahr ein Minus von elf Prozent.
Zurück zum aktuellen "Club der Müßiggänger". Bei einem Kurs- Gewinn-Verhältnis von 17 ist Kimberly-Clark Dorfmans ganz persönlicher Favorit. Amgen kam in den vergangenen vier Quartalen auf ein KGV von 57, Wal-Mart liegt bei 37, Colgate-Palmolive bei 32, SBC weist ein KGV von 19 auf. Analysten bewerten die Aussichten von Kimberly-Clark kritischer. Sie erwarten ein Gewinnwachstum von nur elf Prozent.
Doch der Club hat noch andere interessante Mitglieder, darunter FedEx Corp. Der Transportprofi kommt auf ein KGV von nur 15, einen Buchwert von 2 und ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von 0,6. Mit 47 Prozent hält sich die Verschuldungsrate im Rahmen. Negativ ist allerdings, dass das Gewinnwachstum in den beiden vergangenen Jahren zurückging. Auch für dieses Jahr erwarten Analysten ein Minus von sieben Prozent auf 2,15 Dollar pro Aktie. Im Durchschnitt vergeben Marktteilnehmer der Aktie die Note 3,8. Damit liegt die Empfehlung zwischen "kaufen" und "halten".
In die engere Wahl kommt für den Investmentstrategen aus Boston auch Unocal Corp. mit Sitz in El Segundo, Kalifornien. Bei einem Kurs von rund 37 Dollar hat die Ölfördergesellschaft ein KGV von 9. Der Jahresumsatz liegt bei 8 Mrd. Dollar, was hoch erscheint, in der Branche jedoch nicht unüblich ist. Unocal kommt auf einen Börsenwert von knapp 9 Mrd. Dollar. Spekulationen, wonach der Ölförderer übernommen werden könnte, sind durchaus berechtigt.
Dorfmans dritte Empfehlung ist Parker Hannifin Corp. aus Cleveland. Der weltweit führende Anbieter von Systemen für hydraulische, elektromechanische und pneumatische Antriebstechnik kam zwischen 1996 und 1999 auf einen Gewinn von über 2 Dollar pro Aktie. Dieses Jahr dürfte der Gewinn zum zweiten Mal auf 3 Dollar pro Aktie klettern. Auch das KGV von 14 erscheint vernünftig. Der Buchwert liegt bei 2,1 und das Kurs-Umsatz-Verhältnis bei 0,9. Obwohl sich der Aktienkurs seit 1997 kaum bewegt hat, stieg das Eigenkapital in dieser Zeit um 60 Prozent auf 2,49 Mrd. Dollar.
Eine Mitgliedschaft im "Club der Müßiggänger" ist keine Schande. Im Vergleich zu den großen Börsenbarometern - der Nasdaq Composite verzeichnete seit Jahresanfang ein Minus von 13 Prozent - ist es gar nicht so schlecht, wenn sich der Aktienkurs eine Pause einlegt.