- eine Meinung, die ich teile, aber 50 Dollar halte ich als Durchschnittspreis bis Ende 2010 für realistisch, denn die Substitutionseffekte und Spareffekte beginnen erst jetzt langsam zu wirken, obwohl die Investitionsplanungen vielleicht schon Jahre laufen.
Rohöl in der Krise
Experte erwartet Ölpreis bald bei 20 Dollar
Erschienen am 16.07.2009 | bv
Ölförderung - Preis bald wieder bei 20 Dollar? (Foto: dpa) Der Rohölpreis wird dieses Jahr als Folge der Rezession noch auf 20 Dollar pro Fass fallen. Das ist die Einschätzung des früheren US-Regierungsberaters und Öl-Experten Philip Verleger. Bis zum Jahresende werde sich ein Überschuss von 100 Millionen Barrel auftürmen, der die globalen Lagerkapazitäten an ihre Grenzen stoßen und damit den Preis fallen lasse.
Ölpreis-Anstieg korrekt vorhergesagt
Verleger sagte in einem Interview mit der Wirtschaftsagentur Bloomberg, die Förderung überschreite derzeit die Nachfrage um eine Million Barrel am Tag. Verleger hat den Angaben zufolge 2007 den Anstieg des Ölpreises auf über 100 Dollar korrekt vorhergesagt.
20 Dollar zuletzt 2002
Zurzeit steht der Ölpreis bei knapp über 60 Dollar (US-Rohöl (WTI) ), war im März aber bereits einmal auf fast 40 Dollar gefallen. Seinen historischen Höchststand hatte Rohöl im Sommer 2008 bei 147 Dollar. Die von Verleger jetzt prophezeiten 20 Dollar klingen da fast wie aus einer anderen Welt, dabei lag der Fasspreis zuletzt erst 2002 so niedrig.
OPEC müsste weiter kürzen
Zwar hat die OPEC ihre Förderung der rezessionsbedingt gesunkenen Nachfrage angepasst, aber nicht ausreichend, wie Verleger zu Bloomberg sagte: "Die OPEC erkennt nicht den Umfang an Einschnitten, den sie vornehmen müsste", nämlich weitere zwei Millionen Barrel am Tag. Das Kartell der erdölexportierenden Länder leidet traditionell unter einer mangelnden Förderdisziplin seiner Mitglieder, die ebenso abhängig vom Fluss der Petro-Dollars sind, wie die Ölverbraucher von einem kontinuierlichen Nachschub an dem schwarzen Gold.
Verleger kein Konjunktur-Optimist
Von der erwarteten Erholung der Weltwirtschaft, von der jetzt so viel die Rede ist, hält Verleger nicht viel. Auch China, das nach Ansicht einiger Experten die Rezession bereits hinter sich gelassen hat, steckt nach seiner Ansicht in der Klemme: Weil die amerikanischen Verbraucher nicht konsumieren, werden auch die chinesischen Produzenten in Mitleidenschaft gezogen.
Warmer Winter verschlimmert das Problem
Das Speicherproblem für das Rohöl gegen Jahresende ergibt sich nach Ansicht des Experten aus der Tatsache, dass zukünftige Öl-Kontrakte derzeit mehr kosten als die gegenwärtigen. Das veranlasst die Akteure dazu, jetzt Öl zu kaufen und es einzulagern. Dadurch dürften die Lagerpreise anziehen. Es sei außerdem nicht klar, ob überhaupt genügend Lagerkapazität vorhanden ist. "Wenn die Rezession andauert und es einen warmen Winter gibt, wird's schlimm", erklärte Verleger.
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