Nein, die Flinte ins Korn werfen kommt nicht in Frage.
Ich bin der Überzeugung, daß ein Vollantigen-Impfstoff im Fall von respiratorisch erworbenen Viren jeder anderen Variante überlegen ist.
Und zwar in Wirksamkeit UND Verträglichkeit.
Im Fall Valneva kommt auch das Einsparen von Alaun durch Verwendung eines Dinucleotid-Adjuvans dazu, was die lokale Verträglichkeit weiter erhöht.
Das Konzept ist absolut überzeugend und nutzt die neuesten Erkenntnisse der Adjuvantierung.
Ich hoffe, daß im Hintergrund Gespräche laufen, die den Entscheidern der EMA von politischer Seite (ich hoffe Frankreichs) auch ein wenig vor Augen führen, daß ein - womöglich gar vorsätzliches - Verzögern Folgen für die EMA und hier v.A. deren Leitung haben kann. Natürlich ganz, ohne Druck machen zu wollen...
Wir wissen aus den im Zuge der bedingten Zulassung von Comirnaty geleakten Mails, daß genau DAS bei Biontech-Pfizer sehr gut funktioniert hat:
Am 19. November berichtet ein hochrangiger EMA-Beamter ebenfalls über eine Telefonkonferenz mit der Europäischen Kommission, die in einer "ziemlich angespannten, manchmal sogar etwas unangenehmen Atmosphäre stattgefunden haben soll, die einen Eindruck davon vermittelt, was die EMA zu erwarten hat, wenn die Erwartungen nicht erfüllt werden, unabhängig davon, ob diese Erwartungen realistisch sind oder nicht".
Am nächsten Tag zeigte sich derselbe Beamte in einem Austausch mit der dänischen Arzneimittelbehörde überrascht, dass die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, "klar die beiden Impfstoffe benannt hat, die vor Ende des Jahres zugelassen werden könnten [Pfizer-BioNTech und Moderna]. Bei beiden gibt es noch Probleme", betonte der Beamte.
Quelle: Le Monde, 19.1.2021
www.lemonde.fr/planete/article/2021/01/16/...066502_3244.html