Seracell verweist auf eine recht lange Liste mit aktuell bereits möglichen Anwendungen und bekräftigt außerdem das Potential, welches auch vom Bundesministerium für Bildung und Forschung erkannt wurde und und aktiv gefördert wird.
www.seracell.de/stammzellen/erfolgreiche-anwendungen/
Ich persönlich trau der Liste mit Anwendungen nicht so ganz, klingt mehr nach Werbung.
Daher hab ich mir mal angeschaut wo in letzter Zeit Stammzellen zum Einsatz kamen. Antwort ist einfach: Sportverletzungen. Hierzu findet man recht viele Artikel im Internet, aber Vita 34 gibt ne schicke Übersicht: www.vita34.de/news/...n-verband-soll-meniskusriss-reparieren/
Klingt mehr nach beschleunigter Heilung, als wirklichem medizinischem Durchbruch, und wird wohl für alle Nicht-Profisportler unbezahlbar sein.
Zum Thema Kosten und Nutzen gibts hier noch was: www.wissensschau.de/stammzellen/stammzellentherapie_kosten.php
Belegt meine Annahme, primär teuer und noch nicht viele Therapien annerkannt.
Wie siehts bei Krebs aus? Hierzu gibts viel Material, auch wissenschaftliche Paper (Ich erspar euch die), aber als Beispiel folgender Link: www.ksta.de/sport/mix/...stammzellenspender-gefunden-28223462
Ist sicher bitter, aber klingt viel mehr nach letzter Hoffnung als wirklich zuverlässiger Therapie. In den Papern siehts auch nicht besser aus, das ist alles Grundlagenforschung.
Allgemeiner Blick in die Forschung und das erwartete Potential:
Antwort ist einfach, man forscht hauptsächlich an regenerativen Anwendungen. Verletzungen des Rückenmarks oder Schäden an der Netzhaut bspw. Aktuell befindet man sich mit ersten Studien in der Klinischen Phase 1, d.h. es wird die Verträglichkeit untersucht, das meiste ist allerdings immernoch Grundlagenforschung. Bis sich hieraus ein medizinisches Produkt ergibt, werden noch Jahre vergehen. Und weil sowas in der Medizin immer länger dauert, schmeiß ich einfach mal mindestens 10 Jahre in den Raum. Auch hier noch ein Beispiel: Asterias Biotherapeutics untersucht die Verträglichkeit und den Effekt von Stammzellen bei Rückenmarksverletzungen. Erste Ergebnisse belegen eine gute Verträglichkeit und eine Steigerung der motorischen Beweglichkeit. "Lab studies have shown [...] partial repair of damaged spinal cord tissue and some improvement in the ability of some animals to move their back and/or front legs." (www.scistar-study.com/)
Um meine persönliche Einschätzung nochmal gegenzuchecken, hab ich mir abschließend noch die Meinung der Krankenkassen zu dem Thema angeschaut. Die würden schließlich keine Therapie finanzieren, welche keine Wirkung hat und sie nur Geld kostet.
Hier gibts ne Übersicht, welche Krankenkassen die Einlagerung von Nabelschnurblut unterstützen: www.krankenkasseninfo.de/test/...einlagerung-bei-neugeborenen
Da ist leider keine der Großen dabei.
Vita 34 war so nett und gibt ne Übersicht über Kooperationspartner: www.vita34.de/ueber-vita-34/kooperationspartner/
Da ist auch keine Große dabei.
www.nabelschnurblut-ratgeber.de/kosten/...he-krankenkassen.php sagt man solle sich mit dem Anliegen eher an private Krankenkassen richten.
Zu wirklichen Anwendungen von Stammzellen und deren Kostenübernahme habe ich nichts gefunden. Also klares Bild bei den Krankenkassen: Sie übernehmen sehr vereinzelt die Kosten für Entnahme und Einlagerung von Stammzellen, weil könnte ja wirklich sein, dass sich hier in naher Zukunft was ergibt. Sinnvolle Anwendungen gibt es aus Sicht der Krankenkassen momentan eher keine.
Nach dieser Recherche hab ich mir dann nochmal die Vita 34 Website angeschaut, und die Infos dort decken sich wirklich gut mit meinen. Vita 34 sagt selbst, dass Stammzellen primär für regenerative Therapien verwendet werden, sie werben mit dem großen Potential von Stammzellen, sie haben eine kurze Übersicht über bereits durchgeführte Therapien und Anwendungen und die bereits verlinkte Liste von Partnerschaften. Mancher erinnert sich sicherlich noch an die Kooperation mit der Charite in Berlin, das ist ebenfalls Grundlagenforschung und ggf. erste medizinische Evaluierung in frühen klinischen Phasen.